Die Altersvorsorge-Experten der ZDF-Heute-Show

Am vergangen Freitag schaute ich abends mal wieder fern. Hin und wieder sehe ich mir dann die "Heute-Show" im ZDF an, weil es doch recht amüsant ist, wie Politiker durch den Kakao gezogen werden. Wer möchte, kann sich die Sendung unter diesem Link nocheinmal anschauen.

 

Als "Aufmacher" hatten die Heute-Show-Macher die enge Kungelei zwischen dem AWD-Gründer Carsten Maschmeyer und dem ehemaligen Kanzler Gerhard Schröder ausgewählt. Mal davon abgesehen, dass diese enge Kumpelei zwischen Regierungschef und Wirtschaftsboss (schmeichelt Maschmeyer und dem AWD extrem...) tatsächlich ein Unding ist, wurde durch Äußerungen des Moderators und der Einflechtung mehrer Filmausschnitte, die total aus dem Zusammenhang gerissen waren, der Eindruck erweckt, dass die 2002 von der damaligen Bundesregierung eingeführte Riester-Rente ein Flop, totaler Schwachsinn und ein Geschenk an die Versicherunsgwirtschaft gewesen sei...

 

Das war so gut gemacht, fast hätte ich meinen eigenen Vertrag gekündigt. Doch leider hat das ZDF wahllos Filmschnipsel aneinander geklebt und einfach Unsinn behauptet. So ist es z.B. falsch, dass man 102 Jahre alt werden muss, um das Geld wieder heraus zu bekommen, das man eingezahlt hat.

 

Welche Hintergrund die Einführung der staatlich geförderten Altersvororge hatte, wurdenicht erwähnt, was man im Rahmen einer Unterhaltungssendung auch nicht erwarten konnte. Gerne helfe ich hier weiter: 2002 wurde die gesetzliche Rente durch die Bundesregierung um 4% gekürzt, um die Rentenkassen zu entlasten. Diese 4% sollte man mittels staatlicher Förderung privat vorsorgen. Diese Vorsorge-Produkte bekamen den Spitznamen "Riester-Rente" nach dem damaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester.

 

Die Versicherungskonzerne sind mit diesen Produkten nicht so happy, wie es die Presse glauben machen will: Die Verwaltung dieser Verträge sind sehr kostenintensiv, die Kommunikation und der Austausch mit der staatlichen Zulagenstelle sind langwierig und aufwendig, was auch die höheren Verwaltungskosten dieser Verträge erklärt. Außerdem hat man in diesem bereich viele Kleinstverträge mit 5 Euro Monatsbeitrag, wo ein kostendeckendes Arbeiten für die Versicherungskonzerne schwierig ist.

 

Aber zurück zur Sendung: Mich ärger es, wenn man für einen guten Gag so einen Mist erzählt, solange man dem Zsuchauer einer tolle Story präsentieren kann. Ich möchte nicht wissen, wieviele Leute am nächsten Tag ein Kündigungsschreiben aufgesetzt haben...

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