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Die Riester-Rente ist Quatsch....

könnte man denken, wenn man den ganzen Pressestimmen glauben darf, die wieder verstärkt in den letzten Wochen aufkamen. Politik-Hinterbänkler (deren Altersvorsorge übrigens üppig abgesichert ist), selbsternannte Fachjournalisten und sogar Fernseh-Comedy-Shows nahmen sich dem Thema an.

 

Das sind natürlich Nachrichten, die das Volk liebt, denn so werden Vorurteile bestärkt, was zur Aufklärung der Bevölkerung wenig beiträgt. Das einzige, was hängen bleibt ist: Das ganze ist Quatsch, ich hab´s ja immer gewusst!

 

Totschlag-Argumente

 

Das hier zum Teil Äpfel mit Birnen verglichen werden, ist vielen Leuten nicht bewusst. Oft wird bemängelt, dass man ewig leben muss, um dass als Rente ausbezahlt zu bekommen, was man eingezahlt hat. Ist das wirklich so? 

Die Lebenserwartung ist in den vergangenen Jahrzehnten stark angestiegen. Die Deutschen werden also im älter; dies müssen Versicherer in Ihrer Kalkulation 

 

Bild: Adobe Stock/Schliemer
Bild: Adobe Stock/Schliemer

berücksichtigen - und das gilt für alle RentenversicherungsprodukteSo wird aber allerdings der Eindruck erweckt, dass das Geld verloren sein, wenn der Versicherte stirbt - dem ist natürlich nicht so. 

 

Schlechte Rendite?

 

Auch wird oft behauptet, die Rendite wäre schlecht. Auch das hängt vom gewählten Produkt und  Durchführungsweg ab. Bezieht man in die Renditenbetrachtung die gewährten Zulagen und Steuervorteile mit ein ( was oft nicht gemacht wird), sieht das ganze schon ganz anders aus. Was allerdings Fakt ist: Riesterrenten haben höhere Kostenanteile, als vergleichbare Rentenprodukte ohne staatliche Förderung. Grund sind allerdings nicht hohe Provisionen, die der Vermittler erhält, sondern die höheren Kosten für die Vertragsverwaltung ( u.a. Buchung und Verwaltung der Zulagen, Kommunikation mit der Zulagenstelle).

 

Dazu kommt zum Teil schlechte Beratung, bzw. die Vergesslichkeit der Kunden: Das die Riesterrente in der Bezugszeit voll versteuert werden muss, sollte während der Beratung erwähnt werden. Ebenso sollte darauf hingewiesen werden, dass die gerne empfohlenen Bank- und Fondssparpläne zwar niedrigere Kosten haben, am Ende allerdings auch ein Teil des Kapitals für den Abschluss einer Rentenversicherung verwendet wird, um das "Langlebigkeitsrisiko" abzudecken.

 

Wirkliche Nachteile

 

Die wirklichen Nachteile der staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukte sind ganz andere: Riester, Basis- und Betriebsrenten werden voll auf die Grundsicherung im Alter angerechnet. Das bedeutet, dass wenn die staatliche Rente zu gering ist, dass man Unterstützung in Form von Grundsicherung beantragen muss, bekommt man weniger, da man ja eine Rentenzahlung der Riester-Rente hat.

 

Dies wird vor allem für Bezieher von kleinen Renten zum Bumerang, weil sie praktisch mit ihrer Beitragszahlung über Jahrzehnte den Staat subventionieren und ihre Grundsicherung so selber zahlen.

 



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Kommentare: 2
  • #1

    Katrin (Dienstag, 06 Januar 2015 11:09)

    Das Problem an der Riester Rente ist vor allen Dingen die fehlende Aufklärung. Kein Wunder, dass die Meinungen in diesem Bereich daher sehr weit auseinander gehen.

  • #2

    Policenschreck-Team (Dienstag, 06 Januar 2015 12:36)

    Das ist richtig, die Frage ist, ob Aufklärung überhaupt gewünscht ist. Die Riester-Rente ist mittlerweile ein Stiefkind der Bundesregierung, sonst hätte man die konzeptionellen Fehler (Anrechenbarkeit der Riester-Rente auf die Grundsicherung) schon längst beseitigt.