Irrtümer über die Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung greift nicht in Sport und Freizeit, weswegen es sinnvoll ist, diese Bereiche mit einer privaten Unfallversicherung zu abzusichern. Allerdings ist Unfallversicherung nicht gleich Unfallversicherung und das billigste Angebot wie so oft nicht das beste, denn der Unterschied zwischen den einzelnen Tarifen liegt oft im Bedingungswerk, also dem Kleingedruckten. Worauf man sonst noch achten sollte und welche Irrtümer über die Unfallversicherung vorherrschen zeigt dieser Blogbeitrag.

 

Unfallversicherung? Brauche ich nicht. Gibt doch die Gesetzliche!

Solch eine Aussage hört man häufiger, wenn man sich mit Kunden unterhält. Was viele dabei nicht beachten, dass die gesetzliche Unfallversicherung nur bei Unfällen auf dem Weg zur Arbeit und zurück und bei Arbeitsunfällen einspringt. Private Unfälle in Haushalt und Freizeit sind hier außen vor. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Umfrage des Marktforschungsinstitutes YouGov im Auftrag der Helvetia Versicherung.


Viele Deutsche haben Angst vor einem Unfall und seinen Folgen, schätzen allerdings das Risiko falsch ein: Die meisten Unfälle passieren im Haushalt und in der Freizeit, beispielsweise beim Sport. 


Bedenken Sie auch, dass Kinder, die noch nicht in den Kindergarten oder die Schule gehen, gar keine Absicherung haben - hier greift die gesetzliche Unfallversicherung überhaupt nicht.

Worauf muss man bei einer privaten Unfallversicherung achten?

 

 

Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, wie eine private Unfallversicherung funktioniert. Denn im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung, zahlt die private Unfallversicherung eine Kapitalleistung, bzw. eine Unfallrente, deren Höhe bei Antragstellung vereinbart wird. Außerdem leistet die private Unfallversicherung rund um die Uhr und auch weltweit. Gezahlt wird allerdings nur, wenn nach dem Unfall ein bleibender Schaden zurückbleibt. Wie hoch die Versicherungsleistung ist, bemisst sich nach der Gliedertaxe, aus der sich ersehen lässt, welcher Invaliditätsgrad bleibend ist.

 

 


 

Wie passt man eine Unfallversicherung individuell an?

 

Durch zahlreiche Optionen lässt sich die Unfallversicherung individuell an jeden Menschen anpassen. Beispielsweise ist es möglich, durch die Wahl eine höhere Progression eine größere Invaliditätsleistung zu erhalten.  Der Begriff "Progression" bzw. "Progressionsstufe" bei der privaten Unfallversicherung stellt jenen Prozentsatz dar, um den die Grundversicherungssumme bei einer Dauerinvalidität als Unfallfolge erhöht wird -  entsprechend dem festgestellten Invaliditätsgrad.

 

Darüber hinaus ist es möglich, zahlreiche andere Optionen wie ein Unfalltagegeld, die Übernahme von Kosten bei kosmetischen Operationen oder auch Bergungskosten zu vereinbaren. Vor allem Dingen dem Punkt Bergungskosten kommt meiner Meinung nach eine große Bedeutung zu: Insbesondere bei Skifahrern und Bergwanderern kann eine Bergung sehr kostspielig werden; vor allen Dingen wenn ein Hubschrauber eingesetzt werden muss.

 

 

 

Die "richtige"  Versicherungssumme

 

Wie hoch soll denn die Versicherungssumme, bzw. die Invaliditätssumme sein?

Hierzu kursieren im Netz viele Meinungen und Angaben, die zum Teil sehr stark differieren. Wie will man den Kapitalbedarf für ein Kind bestimmen, dass zu 100% invalide ist und nie arbeiten kann? Schwierig...

 

Ich persönlich rate gewöhnlich zu einer Invaliditätssumme, die dem 5-6fachen des Jahreseinkommens entspricht. Damit sollte im Ernstfall die dringlichsten Ausgaben ( Umbau Wohnung/Haus etc.) abgedeckt sein.

 

 

Im Videoblog: Alles über die Unfallversicherung


Der Blick ins "Kleingedruckte"

 

Knickt ein Tennisspieler beim Sport um und verletzt sich an den Innen- und Außenbändern des Fußgelenks, würde wahrscheinlich die Mehrheit der Leser dieses Blogs sagen: Klarer Fall für die Unfallversicherung. Dem ist aber nicht so, denn ein Unfall liegt bedingungsgemäß nur vor, wenn "ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig zu einem Körperschaden führt". Knickt der Sportler - wie in diesem Beispiel - ohne Fremdeinwirkung um, ist dies also kein Unfall.

 

Es gibt aber Tarife, wo dieser Fall abgesichert ist, wenn Sportler ohne Fremdeinwirkung umknicken, bzw. zu Schaden kommen. Hier ist ein Blick in die Versicherungsbedingungen unter den Begriffen "Eigenbewegung" und "erhöhte Kraftanstrengung" hilfreich. Eine Verletzung durch Eigenbewegung erfolgt also durch eine reflexartige Bewegung des Körpers. Tarife, die auch in diesen Fällen Versicherungsschutz bieten, sind natürlich teuerer, als die Standardtarife, die sich im oberen Drittel der Vergleichsportale tummeln.

 

 Wovon abzuraten ist:

 

Gerne wird eine Unfallversicherung mit sogenannter Beitragsrückgewähr angeboten. Das bedeutet, dass man am Ende der Vertragslaufzeit eine Summe ausgezahlt bekommt. Im Grund handelt es sich hierbei um eine Unfallversicherung mit Sparvertrag. Hört sich zunächst gut an, allerdings sind in der Regel die Renditen dieser Verträge so schwach, dass sich diese selbst in Niedrigzinsphasen, wie wir sie aktuell haben, nicht lohnen.

 

Verzichten Sie auf Verträge, die eine Dynamik beinhalten und wählen lieber gleich einen Vertrag mit höherer Versicherungssumme. Sie sind besser abgesichert und sparen im Endeffekt Geld.

 

Meiden Sie Optionen wie den Todesfallschutz (wenn nicht abwählbar, so gering wie möglich wählen), Unfall- und Krankenhaustageld. Sie sind nicht zwingend notwendig und verteuern den Vertrag unnötig.

 

 

 

Was eine Unfallversicherung nicht ist

 

Eine Unfallversicherung ist kein Baustein der Altersvorsorge, wie es mancher Kunde stolz erzählt, sondern eine Risikoabsicherung. Auch ist eine Unfallversicherung kein Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung - auch das hört man immer wieder. Ein Unfall ist beispielsweise nur eine Möglichkeit, aus der man berufsunfähig werden kann. Weitaus häufiger tritt eine Berufsunfähigkeit aus psychischen Gründen oder schweren Erkrankungen ein.

 

Fazit:

 

Eine Unfallversicherung ist nicht lebensnotwendig, aber ein sinnvoller Schutz und eine gute Ergänzung zur gesetzlichen Unfallversicherung. Gerade für Kinder, die bis zum Besuch des Kindergartens gar keinen Unfallversicherungsschutz über den Gesetzgeber haben. Eine gute Unfallversicherung muss nicht viel kosten - insbesondere für Leute, die sportlich aktiv sind, ist eine solche Absicherung fast unverzichtbar.

 

 

 

Dieser Artikel wurde am 13.4.2017 aktualisiert.

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