Welche Versicherungen Studenten wirklich brauchen...

Wenn ein junger Mensch ein Studium beginnt, öffnet sich für ihn ein neuer Lebens-

abschnitt mit vielen neuen Eindrücken. Der Start in das neue Leben muss allerdings auch gut vorbereitet sein: Neben der (hoffentlich) richtigen Wahl für das Studienfach, muss ich viel lästiger Papier- und Verwaltungskram erledigt werden. In diesem Zusammenhang werde ich oft gefragt, welche Versicherungen ein Student überhaupt benötigt. Meine Antwort darauf: Sowenig wie möglich, soviel wie nötig.

 

Krankenversicherung ein Muss

 

Es gibt nicht viele Versicherungen, die ein Student zwingend benötigt. Die Krankenversicherung ist im Prinzip die einzig zwingende Absicherung. Doch welche Möglichkeiten gibt es?

 

Grundsätzlich können Studenten am Beginn Ihres Studiums zwischen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Privaten Krankenversicherung (PKV) wählen. Zwar sind Studenten normalerweise Pflichtmitglieder in der GKV, allerdings kann man sich von dieser Versicherungspflicht befreien lassen; beispielsweise wenn Eltern und Student bisher privat versichert waren und man diesen Vertrag weiterführen möchte. 

 

Wählt man die gesetzliche Versicherung ist es ganz einfach: Bis zum 25. Lebensjahr ist man in der Familienversicherung mitversichert. Erst danach muss man sich um eine eigene Mitgliedschaft kümmern: Alle gesetzlichen Kassen bieten hier einen günstigen Studententarif an.

 

Beamtenkinder: Vorsicht Falle!

 

Anpassen müssen hier Kinder von verbeamteten Eltern, die Beihilfe bekommen und ihre restliche Versorgung über eine private Versicherung aufstocken: Der Zuschuss der Beihilfe für die Krankheitskosten der Kinder endet ebenfalls mit dem 25. Lebensjahr. Ab dann ist ein eigener Vertrag notwendig, der sehr oft deutlich teurer ist, als der Beitrag für den Beihilfe-Tarif. Ein Wechsel in die gesetzliche Versicherung ist während des Studiums nicht mehr möglich.

 

Zwar bieten alle privaten Krankenversicherungen spezielle Studententarife an, die aber vom Leistungsumfang und dem Tarifbeitrag nur eine Notlösung darstellen, vor allen Dingen, wenn man vorher einen leistungsstarken Tarif hatte.

 

 

Haftpflichtversicherung: Nicht zwingend eigener Vertrag notwendig

 

Eine Privathaftpflichtversicherung ist heutzutage unverzichtbar - auch für Studenten. Oft benötigen diese sogar gar keinen eigenen Vertrag, da sie noch über die Familienversicherung mitversichert sind. Aber Achtung: Hier gibt es in den Versicherungsbedingungen viele Ausnahmen. In der Regel gilt nur die Erstausbildung, direkt nach der Schule, als mitversichert. Manche Versicherer haben Altersgrenzen (z.B. max. 25 Lebensjahr) in ihrem Bedingungswerk verankert; auch kann auch ein Wohnsitz im Elternhaus Voraussetzung sein. Hier hilft ein Blick in die Versicherungsbedingungen der elterlichen Haftpflicht.

 

 

Berufsunfähigkeit: Ein früher Blick kann sich lohnen...

 

Am Anfang des Studiums ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sicher noch nicht notwendig, man sollte sich aber mit einem solchen Vertrag schon einmal beschäftigen. Oft sichert man sich mit einem frühzeitigen Abschluss günstigere Bedingungen bezüglich der Berufseinstufung, als wenn man erst nach Beendigung des Studiums abschließt. Hier muss man die verschiedenen Angebote der Versicherer vergleichen, da sich diese zum Teil erheblich unterscheiden. Achten Sie darauf, dass der gewählte Tarif eine "Nachversicherungsgarantie" beinhaltet, damit später bei bestimmten Anlässen wie Familiengründung die Höhe der Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden kann. 

 

Lassen Sie sich nicht von sogenannten "Starter-Policen" verführen; deren Beiträge sind anfangs sehr günstig, können dann aber später stark steigen.

Videoblog: Benötigen Studenten eine eigene Privathaftpflichtversicherung?

 

 

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Hausratversicherung: Kein "Must Have"...

 

Wenn der Student noch zu Hause wohnt, ist eine eigene Hausratversicherung unnötig: Hier greift der elterliche Vertrag. Oft ist dies auch der Fall, wenn man in der Ferne studiert und ein eigenes Zimmer bezieht. Aber auch hier ist ein Blick in die Versicherungsbedingungen notwendig; hier unterscheidet sich der ein oder andere Versicherer, zumal man sich die Frage stellen muss, ob der "erste eigene" Hausrat so hochwertig und wertvoll ist, dass dieser unbedingt versichert werden muss.

 

Ein ganz großes Fragezeichen: Die Altersvorsorge

 

Von allen wird uns eingebleut, dass die Altersvorsorge wichtig ist und man so früh wie möglich damit starten soll. Das ist auch prinzipiell richtig, aber wieviel Geld hat ein Student normalerweise zur Verfügung? Nicht besonders viel. Deswegen ist mein Ratschlag an dieser Stelle: Sehen Sie von Verträgen mit utopisch hohen Sparraten ab. Alles was über 25 Euro im Monat hinaus geht, könnte eine Belastung darstellen. Damit wird man die eigene Altersvorsorge nicht retten können, allerdings gewöhnen Sie sich schon früh daran, einen gewissen Teil ihres Einkommens für Später zurückzulegen. Ob dies ein Versicherungsprodukt sein muss, sei mal dahingestellt - Es gibt viele Möglichkeiten, für das Alter vorzusorgen.

 

Dieser Artikel wurde am 11.5.2017 aktualisiert.

 

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