Auch als Beamter richtig versichert

Beamte in Deutschland müssen sich anders absichern, als "normale" Angestellte in der Privatwirtschaft. So kommt der Dienstherr, also der Bund bei Bundesbeamten oder das Land bei Landesbeamten für einen Teil der Krankheitskosten seiner Beamten auf. Dieses System nennt sich "Beihilfe". Die Beteiligung des Dienstherrn an den Krankheitskosten ist abhängig vom Beihilfeland, dem Familien- und dem Berufsstatus. Beihilfeberechtigt sind Beamte,Richter und deren Kinder, Versorgungsempfänger (Pensionäre), und Witwen/Witwer, Waisen und Halbwaisen. 

 

Berücksichtigungsfähige Angehörige

 

Auch Ehegatten und eingetragene Lebenspartner (abhängig vom Einkommen) können unter bestimmten Voraussetzungen Beihilfe erhalten.

Kinder sind berücksichtigungsfähige, solange sie im Familienzuschlag (analog Kindergeld) berücksichtigungsfähig sind; allerdings längstens bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.

 

Wofür gibt es Beihilfe und wie hoch ist sie?

 

Beihilfe wird für Krankheitsfälle, Rehabilitation, Pflege und bei Tod des Beihilfeberechtigten gewährt. Das bedeutet, der Dienstherr beteiligt sich prozentual an den angefallenen Kosten. Für den Bund und alle Bundesländer (außer Hessen und Baden Württemberg) liegen die Erstattungssätze zwischen 50% und 80%. Allerdings wurde das Leistungsniveau der Beihilfe in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen der gesetzlichen Krankenversicherung angeglichen, so dass nicht alle Arzt- und Behandlungskosten abgedeckt sind.

 

Zusätzliche private Vorsorge notwendig

 

Da der Dienstherr nur einen Teil der Kosten übernimmt, ist es notwendig, den Rest privat abzusichern. Beispielsweise zahlt die Beihilfe bei einer neuen Brille oder das Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus nichts dazu (Achtung: da jedes Bundesland und der Bund eine eigene Beihilferegelung haben, kann es regionale Unterschiede in den Leistungen geben)  Die privaten Krankenversicherungen bieten genau auf Beamte und die Beihilfe abgestimmte Vorsorgelösungen an: Die sogenannten "Beihilfeergänzungstarife"; also Versicherungspakete, die die Zuzahlungen reduzieren; beispielsweise bei Sehhilfe, Zahnersatz, Heilpraktikerbehandlungen. Allerdings können Sie einen solchen Ergänzungstarif nur bei der Versicherung abschliessen, bei der Sie auch den Haupt- bzw. Grundtarif abgeschlossen haben - gleiches gilt im übrigen auch für die Tarife, die Leistungen im Krankenhaus (1 oder 2-Bett-Zimmer, privatärztliche Behandlung usw.)

 

Anderes Bundesland - andere Beihilfe

 

Was das Thema Beihilfe so kompliziert macht: Fast jedes Bundesland hat seine eigene Beihilfeordnung. Viele Dinge ähneln sich, teilweise gibt es aber in den Leistungen gravierende Unterschiede . Was im Krankheitsfall konkret zugezahlt werden muss, ergibt erst ein Blick in die entsprechenden Beihilfeverodnungen.

 

Sonderfall: Bundes-/Landes-Polizeibeamte

 

Bundes-bzw. Landespolizeibeamte sowie Justizvollzugsbeamte erhalten die sogenannte "freie Heilfürsorge" was bedeutet, dass der Dienstherr ihre kompletten Krankheitskosten, da angenommen wird, dass sich diese Personengruppe aufgrund des höheren Berufsrisikos nur schwer und zu hohen Beiträgen selbst versichern könnte. Die Familienangehörigen erhalten allerdings Beihilfe nach der entsprechenden Bundes- bzw. Länderregelung.

 

Die Heilfürsorge endet beim Ausscheiden aus dem aktiven Dienst bzw. Eintritt der Dienstunfähigkeit.

 

Vorsicht bei Vertragsumstellungen oder Ergänzungen

 

Haben Sie einen Vertrag, der vor dem 21.12.2012 abgeschlossen wurde, haben sie wahrscheinlich noch einen sogenannten "Unisex"-Vertrag. Das bedeutet, dass bei der Prämenkalkulation noch zwischen Männern und Frauen unterschieden wurde, was zur Folge hatte, dass Beiträge für Männer früher deutlich günstiger waren, als die Frauenbeiträge. Dies wurde geändert, seit dem 21.12.2012 gibt es nur noch die sogenannten Unisexverträge.

 

Das Problem: Bei einigen Versicherern können Sie Bisex-Hauptvertrag NICHT mit Unisex-Ergänzungstarif aufstocken; Sie müssen also den Hauptvertrag auf Unisex umstellen. Dies sollten Sie gut überlegen, ein Wechsel zurück ist dann nämlich nicht mehr möglich.

 

Dieser Artikel wurde am 29.9.2016 aktualisiert.

  

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