Der Unterschied zwischen Berufs- und Dienstunfähigkeit

Auch bei einem Beamten kann irgendwann der Punkt erreicht sein, wo er einfach nicht mehr weiter arbeiten kann und in den vorzeitigen Ruhestand versetzt werden muss. In der Privatwirtschaft schließt man, um sich gegen dieses Risiko abzusichern, eine Berufsunfähigkeits-

versicherung (BU) ab. Was macht aber der Beamte?  Auf jeden Fall erstmal keine BU abschliessen. Aber warum?

 

Wo liegen die Unterschiede?

 

Aufgrund der Definition im Bundesbeamtengesetz kann eine Dienstunfähigkeit (DU) deutlich früher ausgesprochen werden, als eine Berufsunfähigkeit. Die Definitionen lauten:

 

Berufsunfähigkeit:

 

"Eine BU muss voraussichtlich 6 Monate andauern oder muss schon seit 6 Monaten bestehen. Dazu muss allerdings auch eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 50% erreicht werden."

 

Dienstunfähigkeit

 

"Dienstunfähig ist, wer infolge Erkrankung innerhalb eines Zeitraumes von 6 Monaten mehr als 3 Monate keinen Dienst getan hat und keine Aussicht besteht, dass er in den nächsten 6 Monaten wieder voll dienstfähig ist."

 

Ist der Beamte also mehr als 3 von 6 Monaten krank gewesen und ist dauerhaft mit einer gewissen - nicht zwingend 50%igen - Leistungseinschränkung zu rechnen, so wäre der Beamte im Sinne des Gesetzes DU, aber noch nicht BU gemäß der Versicherungsbedingungen.

 

Achten Sie auf die "DU-Klausel"

 

Hier wird schon deutlich, dass eine normale BU für Beamtenbedürfnisse nicht angepasst ist. Aber spielen wir das ganze doch einmal durch: 

 

Eine BU-Leistung müssen Sie beantragen. Der Versicherer reagiert in der Regel mit der Zusendung eines 20-30seitigen Fragebogens, dem sich ein Besuch beim Arzt anschliesst. Die Auswertung von Gesundheitsbogen und Arztbericht dauern natürlich lange - oft wird auch die für die BU-Leistung notwendigen 50%ige Leistungseinschränkung nicht erreicht , was zur Ablehnung des BU-Antrages führt.

 

Bei einer anstehenden Dienstunfähigkeit schickt der Dienstherr Sie zum Amtsarzt. Sollte dieser eine DU feststellen, bekommen Sie vom Dienstherrn Ihre Entlassungsurkunde, die Sie gleich darauf beim Versicherer einreichen. Die Urkunde langt als Nachweis, die Leistung wird fällig.

 

Eine "normale"  BU reicht hier definitiv nicht aus - Fragen Sie Ihren Vermittler/Makler/Vertreter, ob das Ihnen vorliegende  Angebot eine "DU-Klausel" enthält. Wenn nicht, nehmen Sie Abstand vor dem Abschluss.

 

Oft wird dann argumentiert, dass eine BU und eine DU gleichwertig seien, was definitiv nicht stimmt. Spätestens im Leistungsfall zeigen sich dann die Unterschiede.

 

In Deutschland gibt es nur eine geringe Anzahl an Versicherern, die spezielle Tarife für Dienstunfähigkeit anbieten. Informieren Sie sich bei Ihrem Makler, bzw. Vermittler.

 

weitere Informationen:

 

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