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Wo sich im Riester-Fondssparplan die Kosten und Risiken verstecken...

Ist die Riester-Rente nicht schonkomplex genug: Nein, es gibt sogar noch mehrere Durchführungswege - klassische Rentenversicherung, fondsgebundene Rentenversicherung, Fondssparplan, Banksparplan und zu guter letzt den Riester-Bausparvertrag. Alls Allheilmittel wird oft der Riester-Fondssparplan empfohlen. Aber auch hier droht eine Kostenfalle, die die Verbraucherschützer so nicht auf dem Schirm haben...

 

Von vielen Verbraucherschützern

und Journalisten wurden in den letzten Jahren gerne die Riester-Banksparpläne, bzw. die Riester-Fondsparpläne empfohlen; hauptsächlich aus dem Argument, dass die angebotenen Versicherungslösungen zu hohe Kosten verursachen würden und die Sparpläne deutlich günstiger arbeiten würden, was sich am Schluss in einem niedrigeren Verrentungsguthaben der Versicherungen niederschlagen würde: Ein höheres Guthaben gleich eine höhere Rente. Prinzipiell haben die Verfechter dieser Produkte natürlich Recht: Die Sparpläne haben niedrigere Kosten, als vergleichbare Rentenversicherungen - der sogenannte "Versicherungsmantel" kostet halt Geld.

 

Um die Versicherung kommen Sie nicht herum 

 

Was aber bei dieser Betrachtung oft, eigentlich fast immer,  unter den Tisch fällt: Um die Versicherung kommen Sie nicht herum - nur der Zeitpunkt, wann diese abgeschlossen wird, ändert sich.

 

Das möchte ich Ihnen gerne verdeutlichen:

 

Von der Definition her muss die Riester-Rente lebenslang - also bis zum Tod des Versicherten, gezahlt werden. Wenn wir jetzt das angesparte Fondsguthaben nehmen und monatlich eine Summe X davon wegnehmen, könnte es  theoretisch sein, dass das Guthaben verbraucht ist, bevor der Kunde verstorben ist. 

 

Aus diesem Grund MUSS der Anbieter des Sparplans spätestens  zum 85. Geburtstages des Kunden eine Rentenversicherung gegen Einmalbeitrag bei seinem Versicherungspartner abschliessen.

Funktionsweise eines Riester (Fonds-)Sparplans
Funktionsweise eines Riester (Fonds-)Sparplans

"Blackbox" Sparplan

 

An dieser Stelle wird es jetzt für den Kunden undurchsichtig. Denn das Guthaben für die Entnahmephase, also die erste Phase des Rentenbezuges ergibt sich aus dem Betrag, der übrig bleibt, wenn der Einmalbeitrag für die Rentenversicherung abgezogen wurde.

 

Und jetzt wird es sehr problematisch: Zum einen kennt man bei Abschluss eines solchen Vertrages weder den Versicherungspartner und dessen Kostenstruktur. Zum anderen ist heute auch unbekannt, mit welchen Rechnungsgrundlagen die Versicherer in 50 Jahren ihre Tarife berechnen. Zur Tarifkalkulation legen Versicherungsgesellschaften sogenannte "Sterbetafeln" zugrunde, die zeigen mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Person eines bestimmten Alters vor Erreichen ihres nächsten Geburtstages voraussichtlich sterben wird. Aus ihnen kann abgeleitet werden, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein bestimmtes Alter erreicht wird. Zudem enthalten sie Sterbewahr- scheinlichkeiten für jedes mögliche Lebensalter. 

 

Diesen Sterbetafeln liegen Daten der gesetzlichen Rentenversicherung,

Angaben des statistischen Bundesamtes und

Erfahrungswerte der Versicherungsunternehmen zugrunde.

 

Diese Sterbetafelnd werden regelmässig aktualisiert und angepasst. Aufgrund der höheren Lebenserwartung bedeutet dies kurzbefasst: Das angesparte Geld muss länger reichen...

 

Schon heute rechnen Anbieter von Sparplänen damit, dass über 28% des angesparten Guthabens für den Einmalbeitrag der Rentenversicherung genutzt werden muss. Aufgrund der Tatsache, dass auch die Lebenserwartung in den letzten Jahren stark gestiegen ist, ist auch davon auszugehen, dass in Zukunft viel mehr des Fondsguthabens für den Abschluss der Versicherung zurückgestellt werden muss.

 

Dazu der Text aus einem Angebot einer großen deutschen Fondsgesellschaft:

 

"Der exakte Einmalbeitrag für die Rentenversicherung hängt u.a. ab von den zum Zeitpunkt der Verrentung gültigen Konditionen und rechnungsgrundlagen des Versicherungspartners der ......   und kann nach oben oder unten abweichen. Der hier illustrierte Einmalbeitragstarif für die Rentenversicherung berücksichtigt die zum heutigen Zeitpunkt gültigen Rechnungsgrundlagen (u.a. Rechnungszins, Sterbewahrscheinlichkeiten). Bei der hier dargestellten Rente handelt es sich um einen Durchschnittswert bei einer angenommenen Nettowertentwicklung von 5% während des Kapitalauszahlplans".

 

Bei diesen ganzen Unsicherheiten und den Entwicklungen der letzten Jahre wird sich dann der Kostenvorteil der Sparpläne gegenüber der Versicherungslösungen höchstwahrscheinlich in Luft auflösen.

 

Fazit: Kostenvorteil für Riester-Sparpläne? Diese Behauptung ist eigentlich nicht mehr aufrechtzuerhalten. Zu viele Dinge sind heute unbekannt, dass man weiterhin von den "günstigen" Sparplänen reden dürfte. Wägen Sie genau ab, was Ihnen wichtiger ist.

 

Dieser Artikel wurde am 14.11.2017 aktualisiert.

 

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