Kindernachversicherung in der PKV: Fristen einhalten!

 

Vor ein paar Tagen, fiel mir wieder ein etwas älterer Artikel von Spiegel-Online in  die Hände, der mich trotz seines Alters betroffen machte und immer noch aktuell ist.

 

Im Artikel ging es um eine junge Familie, deren Baby vier Wochen zu früh mit einem angeborenen Herzfehler auf die Welt kam und nach noch nicht mal 8 Wochen den Kampf gegen den Tod verlor.

 

Fataler Fehler

 

In dieser Phase begingen die Eltern einen Fehler, der zwar irgendwie nachzuvollziehen ist, aber trotzdem folgenschwer war. Da die Mutter in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Mitglied war, der Vater hingegen privat (PKV) versichert, griff die Familienversicherung in der GKV nicht. Das Kind muss in diesem Fall gegen eigenen Beitrag entweder in der GKV oder in der PKV versichert werden. Dies ist in der Regel auch kein Problem, in der PKV gibt es die sogenannte "Kindernachversicherung". Dies bedeutet, dass das Kind in jedem Fall in die Versicherung aufgenommen wird, egal welche Erkrankungen bestehen und zwar mit dem identischen Versicherungsschutzes des versicherten Elternteils. Dazu hat man 2 Monate Zeit - lässt man diese Frist verstreichen, erfolgt eine ganz normale Gesundheitsprüfung an deren Ende auch eine Ablehnung stehen kann.

 

Rechnung über 102.968,30 Euro

 

Genau diese Frist ließen die Eltern verstreichen, mit der Konsequenz, das das schwerkranke Kind nicht versichert war. Die böse Überraschung kam dann drei Monate später in Form einer Rechnung des Krankenhauses:  102.968,93 Euro sollten die Eltern zahlen - und das innerhalb von zwei Wochen Eine nachträgliche Aufnahme in die Versicherung lehnte der Anbieter ab. Familienglück zerstört und finanziell ruiniert - das kann doch nicht sein, oder?   

 

Leider doch, denn das Sozialgesetzbuch (§10 SGB V) regelt genau, wo ein Neugeborenes Kind zu versichern ist. Die Bedingungen für die Kindernachversicherung in der PKV finden sich im Versicherungsvertragsgesetz in §198. Rechtlich ist das Vorgehen der Versicherungsgesellschaft nicht zu beanstanden. Auch wurden die Eltern mehrfach von der gesetzlichen Krankenversicherung darauf hingewiesen, dass das Kind keinen Versicherungsschutz hat und einen eigenen Vertrag - entweder gesetzlich oder privat benötigt.

Dies wurde leider von den Eltern versäumt.

 

Wie der Fall jetzt ausgegangen ist, ist mir nicht bekannt. Auch geht es nicht darum, irgendjemand zu beschuldigen, dass er dafür verantwortlich ist - der Fall sorgte im Forum von Spiegel-Online für heftige Diskussionen und Emotionen.

 

Fazit: 

 

Wenn man eine Lehre aus dieser Geschichte ziehen kann: Informieren Sie sich schon vor der Geburt, wie, wann und wo Ihr Kind versichert werden soll und kann, damit sie im Fall der Fälle Bescheid wissen, was zu tun ist.

 

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