Die Elementarschadenversicherung - Jeder Hausbesitzer braucht sie, kaum einer hat sie...

Policenschreck - Thomas Renker - Versicherungsmakler in Rüsselsheim - Wir befreien Sie von unnützen Versicherungspolicen?
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Deutschland im Juni 2016: seit einigen Tagen spielt das Wetter verrückt: zahlreiche schwere Gewitter und Regengüsse haben an vielen Orten Häuser und Straßen unter Wasser gesetzt - den Ort. Besonders hart erwischte es den schwäbischen Ort Braunsbach: überflutete Straßen, weggespülte Autos, Keller die  bis zur Decke unter Wasser standen. Oder auch im bayerischen Simbach schlug das Hochwasser erbarmungslos zu.

 

Schäden sind nur über die Elementarschadenversicherung gedeckt

 

Viele Bürger hoffen in diesem Fall darauf, dass ihre Wohngebäudeversicherung den Schaden reguliert. Was allerdings viele nicht wissen: Sie sind gegen solche Schäden gar nicht versichert. Den Überschwemmungsschäden werden nur von der Elementarschadenversicherung bezahlt, die nur etwa 1/3 der Versicherungskunden zusätzlich zu ihrer Wohngebäudeversicherung abgeschlossen haben.  Zwar sieht es in Baden-Württemberg etwas anders aus; hier haben etwa 95% der Gebäudeversicherungen den Einschluss für Elementarschäden. Dies resultiert aber daraus, dass dies früher in Baden-Württemberg eine Pflichtversicherung war, was mittlerweile nicht mehr aktuell ist.

 

Was ist eine Elementarschadenversicherung?

 

Hierbei handelt es sich nicht um einen eigenständigen Versicherungsvertrag, sondern eine Erweiterung der Wohngebäude- oder der Hausratversicherung. Eine Elementarschadenversicherung leistet nicht nur bei Überschwemmungen, sondern auch bei Erdbeben, Erdsenkung, Schnee- und Eisdruck oder einem Vulkanausbruch. Zugegeben, Erdbeben und ein Vulkanausbruch gehören in unseren Breitengraden nicht zu genüblichen Gefahren, trotzdem gehört dieser Zusatz zu jeder Wohngebäude- und Hausratversicherung dazu.

 

Was muss man beim Abschluss einer Elementarschadenversicherung beachten?

 

Zum einen werden dieses Verträge oft nur mit einem Selbstbehalt (z.B. 20% maximiert auf eine bestimmte Summe) und einer Wartezeit angeboten.Zum anderen kann der Versicherer Auflagen erlassen, wie beispielsweise der Einbau einer Rückstauklappe. Zum anderen lohnt der Blick in das Bedingungswerk: Sind Sturmfluten versichert?  Oder wie ist eigentlich der Begriff "Überschwemmung" definiert?

Oft wird eine Überschwemmung als "Überflutung des Grund und Bodens" des Versicherungsgrundstücks bezeichnet. Es ist also dementsprechend nicht ausreichend, wenn sich das Wasser nur im Keller befindet.

 

Überschwemmungen können zum einen durch Niederschläge, zum anderen durch Ausuferung von Oberflächengewässern ( z.B. Fluss oder ein See) entstehen, zum anderen auch durch Grundwasser, welches an die Oberfläche gelangt.

Wir haben hier also drei Punkte, von denen nicht immer alle drei laut Versicherungsbedingungen auch mitversichert sind.

 

Ein Rückstau kann auch oft Grund für einen nassen Keller sein; also wenn Wasser z.B. durch die Ableitungsrohre und das Gebäude eindringt.

Bei manchen Versicherern ist Rückstau im bedingungswert ausgeklammert, bzw. mit Auflagen wie den Einbau einer Rückstauklappe und der Reinigung der Abflussrohre verbunden.

 

Warum hat nicht jeder eine Elementarschadenversicherung?

 

Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen gibt es Gebiete, in denen Kunden überhaupt keinen Vertrag mehr bekommen; hauptsächlich die "klassischen" Überschwemmungsgebiete an Rhein, Main, Elbe und Mosel. Dann gibt es noch die Gegenden, wo es in den vergangen Jahren häufiger zu Überschwemmungen aufgrund starker Regenfälle gab, wo es schon schwieriger wird, einen Elementarschadenvertrag zu bekommen. Ein weiterer Grund stellt mangelndes Wissen, bzw. unzureichende Beratung da: Viele Kunden denken, dass Überschwemmungen automatisch in ihrer Wohngebäudeversicherung inkludiert ist und fallen im Schadensfall aus allen Wolken. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass viele Kunden auch vor der Prämie zurückschrecken, die unter Umständen sehr hoch seien kann. In diesem Fall hört man schon mal vom Kunden: "Das hatten wir hier noch nie - brauchen wir nicht!".

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keine Pauschale Soforthilfe mehr

 

 

Wir kennen es alle: Nach einer Überschwemmungskatastrophe pilgern die Politiker in die betroffenen Städte und versprechen den Bürgen "unbürokratische Soforthilfe". Das das mit der Zeit aufgrund der immer häufiger werdenden Unwetter recht kostspielig wird, haben die Justizminister der Bundesländer 2015 beschlossen, nur noch denjenigen  Hilfe zukommen zu lassen, die sich vorher aktiv um einen Elementarschadenschutz bemüht haben, aber keinen Vertrag bekommen haben ( kein Angebot oder wirtschaftlich nicht vertretbare Bedingungen ).

 

Gleichzeitig wurde die Chance vertan, die  Elementarschadenversicherung zur Pflicht zu machen. Die späte zur Folge gehabt, das Versicherer auch für Gebiete Angebote machen müssen, für die aktuell kein Versicherungsschutz angeboten wird.

Warten auf die ersten Prozesse

 

Das dies alles nicht so einfach ist, wie man es sich in der Politik vorstellt, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten sicher zeigen: Und zwar dann, wenn Geschädigte ohne Elementarschadenversicherung, die vom Staat keine Hilfe bekommen, gegen ihren Versicherungsvermittler oder Versicherungsmakler vorgehen, um sich das Geld für ihren Schaden von denen zu holen. Und dann ist oft egal, dass es eigentlich der Kunde war, der den Vertrag nicht haben wollte. Warten wir ab, was passiert.

 

Fazit: Elementarschadenversicherungen werden immer wichtiger und gehören in jedes Angebot für eine Wohngebäudeversicherung, bzw. Hausratversicherung rein. Aufgrund der zusätzlichen Kosten auf einen Vertrag zu verzichten, kann im Zweifelsfall ins Auge gehen. Hierbei ist es auch wichtig, genau ins Bedingungswerk zu schauen, welche Schadensfälle überhaupt versichert sind.

 

 

Update: Mehr als drei Monate nach dem Hochwasser warten viele Menschen in Simbach immer noch auf versprochenen Hilfen vom Staat. Außer 1.500 Euro Soforthilfe gab es bisher keine weitere Unterstützung; bei Schadenssummen von bis zu 100.000 Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Begründet wird die schleppende Hilfe mit der notwendigen sorgfältigen Prüfung der einzelnen Fälle. Geschädigte, die eine Elementarschadenversicherung hatten, haben zumindest schon einen Teil ausgezahlt bekommen. 


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