Das ändert sich 2017 für Versicherungskunden

Das neue Jahr bringt auch für viele Versicherungskunden Neuerungen mit sich. Eine Übersicht habe ich hier für Sie zusammengestellt.

 

Pflegegrade statt Pflegestufe

Eine der wichtigsten Änderungen ergibt sich in der gesetzlichen Pflegeversicherung. Gab es bisher nur drei Pflegestufen, gibt es ab 2017 nun fünf Pflegegrade. Allerdings greift dies nur bei neuen Pflegefällen; bereits Pflegebedürftige erhalten gegenüber ihrer bisherigerigen Pflegestufe einen mindestens um eine Ebene höheren Pflegegrad.

 

Insbesondere Menschen mit leichten Einschränkungen wie etwa beim Gehen oder Stehen konnten bisher nicht einer Pflegestufe zugeordnet werden und bekamen bisher demnach kein Pflegegeld.

 

Zusätzlich zur Schaffung der neuen Pflegegrade wird auch das Pflegegeld erhöht: gab es beispielsweise bisher bei ambulanter Pflege bei Pflegestufe 3 einen Betrag von 728 Euro, erhöht sich dieser auf 901 Euro bei Pflegegrad 5. Diese Mehrleistungen wollen natürlich auch finanziert werden; dies erfolgt durch eine Erhöhung des Beitragssatzes der gesetzlichen Pflegeversicherung von 2,35% auf 2,55 % ( bei Kinderlosen von 2,6% auf auf 2,8%). Mehr Informationen zur Pflegereform finden Sie hier.

 

 

2016 endet, 2017 kommt.

Niedrigerer Garantiezins

 

Die Talfahrt des Garantiezinses für klassische Lebensversicherungen setzt sich auch 2017 fort: Er sinkt abermals von 1,25% auf 0,9%. Der Garantiezins ist der Zins, den der Versicherer seinen Kunden maximal auf den Sparanteil seines Versicherungsbeitrages zusagen darf. Allerdings bezieht sich diese Änderungen nur auf Neuabschlüsse; Altverträge behalten ihren zum Abschluss des Vertrages gültigen Garantiezins. Diese erneute Senkung des Garantiezinses dürfte zur Folge haben, das klassische Lebensversicherungsprodukte weiter an Beliebtheit verlieren werden.

Neuerung bei der Besteuerung von Lebensversicherungen

 

Richtig neu ist diese Regelung zwar nicht, sie kommt 2017 aber erstmals zur Anwendung. Wer nach 2004 eine Lebens- oder Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht abgeschlossen hat, muss die Differenz zwischen eingezahlten Beiträgen und der Versicherungsleistung hälftig mit seinem individuellen Steuersatz versteuern. Voraussetzung dafür ist, dass zum Zeitpunkt der Auszahlung das 60. Lebensjahr vollendet wurde und Vertrag mindestens 12 Jahre bestand. Die letzte Bedingung wird 2017 nun zum erstmal erfüllt, so dass diese bereits im Jahr 2004 beschlossene Regelung erstmalig greift.

Für von 2005 abgeschlossene Verträge gilt weiterhin, dass die Auszahlung der Versicherungsleistung als komplette Summe steuerfrei ist. Erfolgt die Auszahlung als monatliche Rente, ist diese mit dem sogenannten Ertragsanteil zu versteuern, der beispielsweise bei einem 60jährigen 22% beträgt.

 

 

Einheitliches Produktinformationsblatt für Riester- und Basisrenten

 

2017 ist Start für das einheitliche Produktinformationsblatt (PIB) für Riester- und Basisrenten. Dieses soll auf maximal zwei Seiten die wichtigsten Eigenschaften der Produkte verdeutlichen: Effektivkosten, erwartete Ablaufleistung bzw. Rentenhöhe sowie Kosten bei Anbieterwechsel und Vertragskündigung. Somit soll eine bessere Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Durchführungswege der einzelnen Produkte ermöglicht werden ( beispielsweise zwischen einer Riester-Rentenversicherung und einem Riester-Fondssparplan). Das PIB wird Kunden vor Vertragsabschluss ausgehändigt.

 

Anmerkung: Da der Kunde das PIB allerdings bisher nicht gelesen hat, gehe ich davon aus, dass er es auch in Zukunft nicht lesen wird, da die Produktanbieter sehr gut darin sind, Informationen zu verschleiern.

 

Höhere Förderung der betrieblichen Altersvorsorge

 

Planmässig ändern sich auch die Rechengrößen in der Sozialversicherung. So steigt beispielsweise die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung von 74.400 Euro auf 76.200 Euro (Westen), bzw. von 64.800 Euro auf 68.400 Euro (Osten). Dies hat auch Auswirkungen auf die betriebliche Altersvorsorge, denn dadurch erhöht sich auch der Anteil des Gehalts, den der Arbeitgeber  steuer- und abgabenfrei in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen kann. Somit steigt der Höchstbetrag von 2976 Euro auf 3048 Euro, was 4% der Beitragsbemessungsgrenze (West) entspricht.

 

Höhere Förderung Basisrente

 

Auch die Basisrente, auch Rürup-Rente genannt, wird höher gefördert: Hier kann 2017 ein höherer Betrag als Sonderausgabe steuerlich geltend gemacht werden: Statt 82% werden nun 84% berücksichtigt. Zusätzlich steigt auch der steuerliche Höchstbeitrag: von 22.767 Euro auf 23.362 Euro. Folglich können 2017 maximal statt 18.869 Euro 19.624 Euro angesetzt werden.

 

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