Versicherer verkaufen ihren Bestand an Lebens- und Rentenversicherungen: Das sind die Folgen für die Kunden

Im vergangenen Jahr haben einige Versicherer den gesamten Bestand ihre Lebens- und Rentenversicherungen an sogenannte Abwicklungsfirmen verkauft. Auch große Unternehmen wie General und ergo denken zumindest darüber nach. Aber was sind die Gründe für dieses Vorgehen und was bedeutet dies für die Versicherungskunden und die Rendite der Verträge? Dieser Beitrag gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

 

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Grund für diesen gehäufte Anzahl an Meldungen ist die immer noch andauernde Niedrigzinsphase, die es den Versicherungsgesellschaften schwer macht, die notwenigen Renditen an den Kapitalmärkten zu erzielen, um die Garantien die in früheren jähren gegeben wurden, zu erfüllen.

 

Einstellung des Neugeschäftes

 

Hat sich ein Versicherer dazu entschieden, aus dem Geschäft mit Lebens- und Rentenversicherungen auszusteigen, wird zunächst das Neugeschäft mit eigenen Verträgen eingestellt. Unter Umständen kooperiert man mit einer anderen Versicherungsgesellschaft, um weiterhin Lebensversicherungen anbieten zu können; ist aber in diesem Fall nur noch Vermittler. Bestehende Verträge hingegen müssen weitergeführt werden - solange, bis der vertrag gekündigt wird oder der Kunde seine Kapitalleistung erhält. Dem Versicherer stehen hier zwei Alternativen offen: Die Verträge selber bis zum Ablauf verwalten oder den Bestand an einen Bestandsabwickler verkaufen, eine sogenannte "Run-Off"-Firma. 

Wird es Zukunft noch Lebens- und Rentenversicherungen geben?

 

Auf alle Fälle sind diese Verträge aktuell für Versicherungsgesellschaften nicht sonderlich attraktiv; insbesondere solche Verträge mit klassischem Garantiezins.Im Laufe des Jahres entschlossen sich sogar Branchenriesen wie General und ergo zu diesem Schritt, andere Unternehmen wollen hingegen weiterhin solche Policen anbieten. Wie sich die Thematik entwickelt, werden die nächsten Monate und Jahre zeigen.

 

Und wenn ich nicht möchte, das mein Vertrag verkauft wird?

 

Sie als Kunde haben da leider kein Widerspruchsrecht. Der Vertrag wird vom neuen Verwalter zu gleichen Konditionen fortgeführt - also auch mit dem ursprünglich vereinbarten Garantiezins. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass die Überschüsse deutlich geringer ausfallen, als bei Abschluss berechnet. Einzig die Bafin muss laut ersicherungsaufsichtsgesetz zustimmen. Alle beabsichtigten verkaufen wurden auch von der Bafin genehmigt.

 

Kurz und knapp im Videoblog: Warum Versicherungsgesellschaften Verträge verkaufen und was das für den Kunden bedeutet...


Ist den Vertrag einfach kündigen eine gute Idee?

 

Läuft Ihr Vertrag noch wenige Jahre, sollten Sie diesen weiterlaufen lassen und normal beenden. Etwas anders sieht es bei Verträgen aus, die erst kürzlich abgeschlossen wurden und noch eine lange Laufzeit haben. Hier sollte man sich genau den Vertrag,Vertragsform und  Laufzeit anschauen und keine vorschnelle Entscheidung treffen.

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Kommentare: 4
  • #1

    Jochen (Dienstag, 03 März 2020 13:37)

    Kann ich eine im Dezember 2016 abgeschlossene Fondsrentenversicherung kündigen oder unterbrechen da ich ab April 2020 studieren werde es handelt sich um einen Zeitraum von 4 Jahren

  • #2

    Policenschreck (Mittwoch, 04 März 2020 13:33)

    Hallo Jochen,

    Danke für Deine Frage. Ohne Kenntnis der Versicherungsbedingungen ist es schwierig, diese Frage zu beantworten. Nur soviel: Möchte oder kann man den Vertrag nicht weiterführen, hat man die Möglichkeit der Kündigung. Problem: In der Regel liegt der Rückkaufswert unter dem Betrag den man eingezahlt hat - insbesondere bei Verträgen, die erst relativ kurz laufen (Stichwort: Abschluss und Vertriebskosten). Eine Kündigung ist also nicht zu empfehlen. Die zweite Möglichkeit, die man hat: Die Beitragsfreistellung.Hierbei läuft der Vertrag weiter, Du zahlst aber keine Beiträge mehr ein - das Guthaben verzinst sich weiter. Diese Möglichkeit ist zu bevorzugen, hier verliert man in der Regel kein Geld. Aber Achtung: Es gibt Verträge, wo ein Mindestvertragsguthaben erreicht sein muss, bevor man den Vertrag beitragsfrei stellen kann. Liegt das Guthaben darunter, wird der Versicherer die Beitragsfreistellung ablehnen.

  • #3

    Helene Schulz (Freitag, 05 Juni 2020 18:21)

    Ich sollte am 01.06.2020 meine Fondsgebundene Rentenversicherung ausbezahlt bekommen,
    leider habe ich bis heute ( 05.06.2020 ) nichts auf meinem Konto. Die Versicherung reagiert
    auf keine Mail`s. Es ist eine absolute Sauerei was sich da abspielt. Diese Versichechrung kann
    man nicht weiter empfehlen. Es ist auch von der Generali eine Sauerei die Versicherung kurz
    vor der Auszahlung zu verkaufen. Ich muß jetzt einen Anwalt mit der Sache beauftragen, damit ich mein Geld bekomme.

  • #4

    Policenschreck (Samstag, 06 Juni 2020 08:04)

    Hallo Helene,

    üblicherweise benötigen Versicherungen 10-14 Tage, um auf E-Mails zu antworten. Wenn es schnell gehen soll, empfehle ich, das Telefon zu benutzen. Das Geld für den Anwalt sollten Sie sich vorerst sparen...