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Das Risiko, wenn man von der PKV zurück in die GKV wechselt

Der große Wunsch vieler langjähriger PKV-Versicherter: Aufgrund hoher zu erwartender Versicherungsbeiträge wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zurückwechseln. Zum einem klappt das nicht bei jedem Interessierten, zum anderen gibt es noch einige Dinge zu beachten, damit der Wechsel auch klappt, ob es überhaupt sinnvoll ist, diese Fragen werden in diesem Blogbeitrag beantwortet.

 

Das Risiko ist immer dabei: Nicht nur beim Systemwechsel in der Krankenversicherung...
Das Risiko ist immer dabei: Nicht nur beim Systemwechsel in der Krankenversicherung...

Generell scheint ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung einfach: Der PKV-Vertrag wird gekündigt und die Mitgliedschaft in einer Krankenkasse beantragt.Neben der Tatsache, dass nicht jeder auch unbedingt aus der PKV wieder herauskommt (Stichwort Befreiung von der Versicherungspflicht), muss dem alten Versicherer (hier: PKV) der sogenannte Folgeversicherungsnachweis (stellt die neue Krankenkasse aus) vorgelegt werden, damit der alte Versicherer einen auch entlassen kann. Wird diese Bescheinigung nicht vorgelegt, weil man es einfach vergisst oder die Krankenkasse sie Bescheinigung nicht rechtzeitig erstellt, bleibt man bei seinem alten Versicherer versichert. Und hier beginnt dann womöglicher Weise das Problem:

 

Zurück in den alten Tarif: Geht nicht

 

Kraft Gesetz geht bei Nichtvorlage des Folgeversicherungsnachweises der Versicherte wieder zurück in die PKV, die ihn auch aufnehmen muss; allerdings nicht in seinem alten Tarif und zu den alten Konditionen. Der alte Tarif wurde ja gekündigt und der Versicherer muss ihn nicht wieder aufnehmen; eventuell nach einer erneuten Gesundheitsprüfung mit allen Konsequenzen wie höherer Beitrag oder Risikozuschlag oder gar Leistungsausschluss. Ist eine Annahme in einem regulären Tarif nicht möglich, bleibt nur der Basistarif seines Versicherers aufgenommen werden, wobei hier der Beitrag auf den Höchstsatz der GKV begrenzt ist. Das bedeutet: Im schlechtesten Fall ist man schlechter versichert und zahlt mehr als vorher.

 

Alterungsrückstellungen können verloren gehen

 

Darüber hinaus sollte vor dem Wechsel bekannt sein, dass bei einem Rückgang in die GKV die über die gesamte Vertragszeit angesparten Alterungsrückstellungen und Rechte bezüglich des PKV-internen Tarifwechsels verloren gehen. Dies ist übrigens auch ein Argument gegen das häufige Wechseln der eigenen PKV; man verliert unter Umständen Teile der Alterungsrückstellungen und Rechte bezüglich des Tarifwechsels und treibt damit schließendlich die die eigenen Beiträge mit in die Höhe.

Die 9/10-Regelung

Viele PKV-Versicherte möchten in die GKV zurück, um im Alter Mitglied der Krankenversicherung der Rentner ( KVdR) zu werden. Dies gelingt aber nur Versicherten, die die 9/10- Regelung erfüllen. 

Hierbei ist entscheidend, dass der Versicherte die sogenannte Vorversicherungszeit erfüllt hat. In der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens bis zum Rentenantrag muss man mindestens 90 Prozent dieser Zeit in der gesetzlichen Krankenkasse Mitglied gewesen sein. Dies ist nur der Fall, wenn man:

- gesetzlich pflichtversichert war,

- freiwillig gesetzlich versichert war,

- familienversichert war.

 

Andernfalls wird man freiwilliges Mitglied der GKV, was wiederum bedeutet, dass für die Berechnung des Beitrages alle Einnahmen herangezogen werden, was ebenso teurer werden kann, als die weitere Mitgliedschaft in der GKV.

 

Standard vs. Basistarif

 

Wessen Krankenversicherung vor 2009 begonnen hat, hat immer noch das recht, in den sogenannten Standradtarif (STN) der PKV zu wechseln; hierbei werden die Alterungsrückstellungen voll angerechnet; der Basistarif hingegen ist so "großzügig" kalkuliert, dass fast alle Versicherten den Höchstbeitrag zahlen müssen; vorhandene Alterungsrückstellungen wirken sich hier kaum aus. Leistungsmässig ist der Basistarif an die Leistungen der GKV angepasst, der Standardtarif ist hingegen mit  den Leistungen der GKV nur vergleichbar. Mehr dazu findet Ihr hier.

 

Fazit: Ob ein Wechsel zurück in die GKV lohnt, muss genau geprüft werden. Einige Dinge sind zu beachten, damit man am Ende keinen finanziellen Nachteil erleidet.

 

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