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Welche Ansprüche haben Hinterbliebene?

Ein Ereignis, an dass niemand von uns denken möchte und gerne verdrängt wird, ist der Tod des Ehe-/bzw. Lebenspartners. Aus diesem Grund wissen die Wenigsten, welche Ansprüche man im Fall der Fälle hat und wo und wie man sie geltend machen kann. Ich gebe hier in diesem Blogbeitrag einen kurzen Überblick:

Witwenrente

Nach dem Tod des Ehepartners zahlt die deutsche Rentenversicherung eine Witwen- bzw, Witwerrente aus. Den Anspruch auf diese Rente habt ihr, wenn

 

  • Der Ehepartner bereits Altersrente bezogen hat oder bereits fünf Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert gewesen ist
  • oder: Der Ehepartner Erwerbsminderungsrente bezogen hat
  • Die Ehe mindestens ein Jahr dauerte

Entweder erhaltet Ihr die kleine oder die große Witwenrente. Für Eheleute, die nach dem 31.12.2001 geheiratet haben, beträgt die große Witwenrente 55% der Bezüge der verstorbenen Person. Bei Eheleute die vor diesem Stichtag geheiratet haben, sind dies 60%.

 

Voraussetzungen für den Bezug der großen Witwenrente sind:

 

  • mindestens 47 Jahre alt
  • oder: vermindert erwerbsfähig
  • oder: für ein minderjähriges Kind sorgen

Trifft keiner dieser Punkte zu, erhaltet Ihr nur die kleine Witwenrente. Diese ist auf zwei Jahr befristet und deutlich geringer.

 

Im Übrigen bekommen auch Kinder eine Rente, wenn Mutter oder Vater sterben. Sterben beide Eltern, erhält das Kind 20% der Rente, die der verstorbene Elternteil bekommen hätte (Vollwaisenrente) und 10% beim Tod eines Elternteils 

 

Achtung: Staatliche Hinterbliebenenrenten werden mit dem Einkommen verrechnet. Der Feiertag liegt aktuell bei 845,59 Euro (West) und 810,22 Euro (Ost). Jedes Kind erhöht diesen Freibetrag, unabhängig vom Waisenrentenbezug.

 

Witwen und Waisenrenten beantragen 

 

Die Formulare zur Beantragung von Witwen- und Waisenrenten findet Ihr hier


Die Risikolebensversicherung

 

Die Risikolebensversicherung ist sozusagen der Klassiker unter den Vorsorgeprodukten für den Todesfall. Im Gegensatz zur Kapitallebensversicherung wird hier kein Kapital angespart; vielmehr zahlt man monatlich einen Risikobeitrag, um im Falle des Todes eine vorab vereinbarte Todesfallsumme ausgezahlt zu bekommen, beispielsweise um den Hauskredit weiter bedienen zu können. Bei verheirateten Paaren fällt aufgrund der hohen Freibeträge praktisch keine Erbschaftssteuer an. Bei unverheirateten Paaren sieht das etwas anders aus: Hier sind die Freibeträge deutlich geringer - da die Todesfallsummen in der Regel deutlich höher sind, fällt hier Erbschaftssteuer an.

 

Tipp: Versichert Euch als Unverheiratete Paare "Über Kreuz". Beispiel: Um das Leben des Lebenspartners zu versichern, schließt eine Frau eine Risikolebensversicherung auf das Leben Ihres Lebenspartners ab - sie ist Versicherungsnehmerin, er versicherte Person. Stirbt der Lebenspartner, bekommt die Frau die Summe ausgezahlt und muss keine Erbschaftssteuer darauf zahlen.

 

Private Rentenversicherung: Nur mit Rentengarantiezeit

 

Habt Ihr eine private Rentenversicherung abgeschlossen, solltet Ihr drauf achten, dass der Vertrag eine Rentengarantiezeit enthält, da ansonsten die Hinterbliebenen nichts bekommen, wenn der Versicherte innerhalb der Rentenbezugsphase stirbt. Beispiel: Wird eine 10jährige Rentengarantiezeit vereinbart und stirbt der Versicherte fünf jähre nach Beginn der Rentenzahlung, wird den Erben noch fünf Jahre lang die Rente gezahlt. Stirbt die Person vor dem Bezug der Rente, erhalten die Hinterbliebenen in der Regel das vorhandene Kapital des Vertrages ausgezahlt. 

 

Auch bei Basisrenten ist beim Tod des Versicherten in der Rentenbezugsphase das Geld eigentlich verloren - Es sei denn, man baut einen Hinterbliebenenschutz mit ein; dies geht bei vielen Versicherern auch nach Vertragsabschluss.

 

Vorsicht bei Riester- und Basisrenten

 

Stirbt ein Riester-Sparer vor dem Rentenbezug, können sich die Hinterbliebenen das Kapital auszahlen lassen. Allerdings gehen dabei die Zulagen und die gewährten Steuervorteile verloren. Unter Umständen kann es Sinn machen, das Riesterkapital in den eigenen Riester-Vertrag zu überführen - Zulagen und Steuervorteile wären dadurch gerettet.

 

Betriebsrenten: Auch für Hinterbliebene

 

Auch Betriebsrenten sehen gewöhnlich Leistungen für Hinterbliebene vor. Näheres dazu steht in den Vertragsunterlagen bzw. der Vereinbarung mit dem Arbeitgeber.

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