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Hat der Brexit Folgen für meine Versicherungsverträge?

Eines meiner Lieblingswörter der letzten Jahre: Der "Brexit". Während die Briten verzweifelt versuchen, den Brexit in sichere Bahnen zu lenken und dabei zu scheitern drohen, können wir uns - etwas beruhigter - fragen, welche Folgen der Brexit für uns und hier ganz speziell - für Versicherungskunden haben kann.

 

Policenschreck Versicherungsmakler Rüsselsheim - Brexit - Lebensversicherung - Rentenversicherung - PAV - Altersvorsorge

Direkt betroffen: Kunden britischer Lebensversicherer

 

Der Großteil der deutschen Versicherungskunden kann dem Brexit gelassen entgegensehen: Für Sie ändert sich nichts. Solltet Ihr aber einen Vertrag bei einer britischen Lebensversicherung (z.B. Standard Life, Friends Provident  ), haben, kann es Änderungen geben: Damit diese Gesellschaften ihr Geschäft in der EU weiterhin betreiben können, übertragen diese Versicherer ihre vertrage von Großbritannien beispielsweise nach Irland oder Luxemburg. An sich kein Problem, allerdings ändert der Insolvenzschutz. Bisher sind solche Verträge vom britischen Entschädigungsfonds - ähnlich dem deutschen "Protektor" abgesichert. Einen solchen Fonds gibt es weder in Irland, noch in Luxemburg.

 


Kein Sonderkündigungsrecht

 

Jetzt könnte man ja meinen, dass man da ein Sonderkündigungsrecht hätte. Dem ist aber nach aktueller Rechtslage nicht so, da der Insolvenzsicherungsfonds kein Vertragsbestandteil war/ bzw. ist, sondern eine gesetzliche Regelung des jeweiligen Landes.

Allerdings gibt es andere Sicherungsmechanismen, die das Fehlen eines solchen Fonds ausgleichen können.

Diese Meinung vertreten neben den Lebensversicherern auch die britischen Gerichte, die sonst den Übertrag der Verträge nicht genehmigt hätten.

 

Jetzt noch schnell kündigen?

 

Der ein oder andere wird jetzt sicher denken: Ja, da kündige ich am besten noch ganz schnell...

Lieber nicht. Zum einen besteht in der Ansparphase wenig Gefahr, Geld zu verlieren. Da es sich hier um fondsgebundene Lebensversicherungen handelt, hält man als Kunde Anteile an Fonds, die einem zustehen. Schwieriger wäre es im Falle des Rentenbezugs - ist kein Versicherer mehr da, zahlt einem auch keiner eine lebenslange Rente aus - man würde eine Kapitalzahlung erhalten und könnte dann beispielsweise bei einem deutschen Anbieter eine Rente gegen Einmalzahlung abschliessen - aber möglicherweise zu schlechteren Konditionen als früher.

 

Mein Ratschlag: Verträge weiterlaufen lassen, das Risiko einer Insolvenz der Versicherer ist gering - auch wenn es keinen Insolvenzsicherungsfonds gibt, sind Sicherungseinrichtungen zur Kundenentschädigung vorhanden.

 

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