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Die überbewertete Prozesskostenquote in der BU-Versicherung

Hin und wieder kann es passieren, dass ein Kunde, dem man ein Angebot für eine BU-Versicherung vorgelegt hat, zu hören bekommt: " Der Versicherer, den Sie ausgewählt haben, hat aber eine hohe Prozesskostenquote - Der will wohl nicht zahlen". Das kommt daher, dass Medien und Verbraucherschützer die Aussagekraft von Prozesskosten- und auch Leistungsquote überschätzen. Wie man mit diesen Werten umgehen muss und diese einschätzen sollte, erfahrt Ihr in diesem Blogbeitrag.

BU - Berufsunfähigkeitsversicherung  - Prozesskostenquote - Versicherungsmakler Rüsselsheim - Versicherungsmakler Groß-Gerau

 

Angeblich soll die Prozesskostenquote aussagen, wie klagefreudig ein Versicherer ist und wie häufig man versucht, nicht zahlen zu müssen. Leider ist die Prozesskostenquote aus mehreren Gründen nicht so sonderlich gut geeignet, hierüber Auskunft zu geben.

Zum einen gibt es mehrere Methoden, die Prozesskostenquote zu ermitteln: Ein Weg ist es, den Durchschnitt der geführten Prozesse zu ermitteln und ins Verhältnis zu den Leistungsfällen zu setzen. Eine andere Möglichkeit ist, nur die Prozesse zu zählen, die aufgrund abgelehnter BU-Leistung vom Versicherungsnehmer geführt werden und wo dieser unterliegt. Somit ist es unmöglich, diese beiden Zahlen zu vergleichen - zudem haben sie auch eine andere Aussagekraft. 

Prozesskostenquote nur eine Momentaufnahme

Zu der Schwierigkeit der Aussagekraft aufgrund der unterschiedlichen Ermittlungsverfahren kommt noch hinzu, dass eine Prozesskostenquote immer nur eine Momentaufnahme ist. Was nützt eine niedrige Prozesskostenquote im Jahr 2021, wenn ich im Jahr 2035 BU werde ? In dieser Zeit kann sich die Geschäftspolitik geändert haben; wer früher wenig Prozesse geführt hat, führt dann vielleicht viele Prozesse. Auch sagt die Quote nichts darüber aus, wieviele Prozesse vom Versicherer gewonnen oder verloren wurden oder ob gar ein Vergleich geschlossen wurden. Darüber hinaus können auch verbesserte Versicherungsbedingungen dazu führen, dass sich die Quote ändert.

 

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Gute Bedingungswerke sind wichtiger als die  Prozesskostenquote

Viel wichtiger als die Prozesskostenquote sind hingegen gute Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung, denn diese regeln, wann ein Versicherer zahlen muss und wann nicht. Und wichtig ist nicht nur, was in den Bedingungen drin steht, sondern auch wie genau es formuliert ist - denn je genauer eine Sache beschrieben und definiert ist, desto weniger Möglichkeiten gibt es, die Bedingungen anders auszulegen und die Leistung zu verweigern.

 

Übrigens: Hauptgrund für die Verweigerung der BU-Leistung ist die ausbleibende Reaktion des Kunden - bedeutet, der Versicherer erhält vom Kunden angeforderte Unterlagen nicht zurück, weswegen die Leistungsprüfung nicht durchgeführt werden kann. Immerhin über ein Drittel der abgelehnten Leistungsfälle resultiert aus der Nichtreaktion des Kunden.  

 

Policenschreck-VLOG: So geht Versicherung !

 

Policenschreck-Podcast:

Die überbewertete Prozesskostenquote


Und was ist mit der Leistungsquote ?

Auch die Aussagekraft der Leistungsquote ist beschränkt: Vereinfacht gesagt soll die Leistungsquote aussagen, welcher Versicherer, wieviele Anträge auf Leistung vom Versicherer bewilligt werden. Damit soll man dann "gute" von "schlechten" Versicherern abgrenzen können. 

Die Aussagen können aber verfälscht sein: Oftmals haben BU-Versicherer mehrere Tarifvarianten im Angebot: Die preisgünstige Basis-BU mit schlechteren Bedingungen und eine Top-BU mit einem guten und leistungsstarken Bedingungswerk. Hier stellt sich dann auch die Frage, wie sich der Bestand des Versicherers zusammensetzt: Wie ist das Verhältnis der Basis-BU-Verträge ( bei denen aufgrund des schlechteren Bedingungswerkes seltener geleistet wird) zu den Top-BU-Verträgen ? Kennt man also diese Zahlen nicht, ist die Aussagekraft der Leistungsquote gering. Und ebenso wie bei der Prozesskostenquote gilt auch hier: Hierbei handelt es sich um eine Momentaufnahme - wie sich die Leistungsquote bei der favorisierten Gesellschaft in Zukunft entwickelt, kann niemand voraussagen

 

Policenschreck-VLOG "So geht Versicherung !" bei YouTube  

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Warum es keine Alternative zur BU gibt

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