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Das ändert sich bei der Riester-Rente 2018

Von vielen schon totgesagt, aber es gibt Sie immer noch: Die Riester-Rente. Seit 2002 gibt es diese staatlich geförderte Altersvorsorge bereits und für 2018 sind einige Änderungen und Verbesserungen beschlossen worden. In diesem Beitrag stelle ich die Neuerungen vor.

 

1. Zulagenerhöhung

 

Ab dem 1.1.2018 erhöht sich die Grundzulage von 154 Euro auf 175 Euro pro Jahr; das entspricht einer Erhöhung um 13,5%. Die volle Zulage erhält man weiterhin, wenn man mindestens 4% des Vorjahresbruttoeinkommens pro Jahr in seinen Riester-Vertrag einzahlt - maximal sind das 2.100 Euro abzüglich der vom Staat gezahlten Zulagen. An den Kinderzulagen ändert sich nichts: 300 Euro pro Jahr für ab 2008 geborene Kinder, für bis 31.12.2007 geborene Kinder 185 Euro pro Jahr. Durch die Erhöhung der Grundzulage wird der Abschluss eines Riester-Vertrages attraktiver.

 

2. Verfahrensverbesserungen

 

Beamte, Richter, Berufssoldaten, Soldaten auf Zeit usw. müssen einwilligen, dass ihre Besoldungsstelle die entsprechenden Daten an die Zulagenstelle weitergeben, damit diese die Riester-Zulagen berechnen kann. Diese Einwilligung muss bisher bis zu zwei Jahre nach dem Ablauf des entsprechenden Beitragsjahres erteilt worden sein.

 

Ab dem Beitragsjahr 2019 tritt eine Verbesserung in Kraft: Die Einwilligung muss noch grundsätzlich im Beitragsjahr erteilt worden sein. Damit wird sicher gestellt, dass eine vergessene Einwilligung schneller entdeckt wird und Zulagenförderung nicht verloren geht. Bisher kam es immer wieder vor, dass die Zulagen bei fehlender Einwilligung zurückgefordert wurde.

 

3. Kleinbetragsrentenabfindung

 

Riesterrenten, bei denen der monatliche Rentenanspruch sehr gering ist, werden vom Anbieter gerne als Einmalzahlung zu Beginn der Auszahlungsphase abgegolten. Diese Einmalzahlung ist dann voll steuerpflichtig, wenn diese Zahlung auf geförderten beitragen beruht.

 

Ab 2018 müssen neue Riester-Produkte eine Wahlmöglichkeit enthalten, ob die Abfindung der Kleinstrente zum Beginn der Auszahlungsphase erfolgen soll, oder zum 1. Januar des Folgejahres. Durch geringere Einkünfte im ersten Rentenjahr wird die Auszahlung aus der Riester-Rente dann nicht oder nicht mehr so hoch besteuert.

 

4. Grundsicherung

 

Bisher wurde die Riester-Rente bei der Grundsicherung im Alter angerechnet. Dies hatte zur Folge, dass sich die Riester-Rente für Kleinverdiener mit geringem Rentenanspruch und voraussichtlichen Bedarf an Grundsicherung im Alter nicht lohnte. 

 

Geändert wird dies durch einen neu geschaffenen Freibetrag, so dass die Riester-Rente nicht mehr voll angerechnet wird. ab 2018 wird ein Freibetrag von 100 € gewährt. Ist die Riester-Rente höher als 100 Euro, ist der übersteigende Betrag zu 30% anrechnungsfrei; das bedeutet, das bis zu 202 Euro anrechnungsfrei gestellt werden.

 


5. Doppelverbeitragung

 

Auch in der betrieblichen Altersvorsorge besteht die Möglichkeit, die Riester-Förderung zu nutzen. Grundsätzlich eine tolle Idee, die klassische bAV-Förderung durch Steuervorteil und Beitragsfreistellung mit den Zulagen zu verknüpfen.

Dies hatte aber bisher den Nachteil, dass in der Auszahlungsphase Renten aus der betrieblichen Altersvorsorge beitragspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung war - die sogenannte Doppelverbeitragung war die Folge. Dies wird nun endlich geändert: Die Leistungen aus der betrieblichen Riester-Rente unterliegen nun in der Auszahlungsphase nicht mehr der Beitragspflicht in der GKV.

 

Fazit: Auf einige dieser Verbesserungen musste 15 Jahre gewartet werden: Der Freibetrag in der Grundsicherung und die Doppelverbeitragung bei der betrieblichen Riester-Rente. Ich persönlich hätte mir aber einen kompletten Wegfall der Anrechenbarkeit der Riester-Rente bei der Grundsicherung gewünscht. Ob die Änderung der etwas dahinsiechenden Riester-Rente helfen, wieder populärer zu werden, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

 


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Kommentare: 1
  • #1

    MattG (Donnerstag, 03 Mai 2018 01:15)

    Und was ist mit der Einmalauszahlung, wenn man Grundsicherung erhält. Wird dann alles bis auf den Freibetrag abgezogen und es bleiben einem maximal 202 Euro? Das scheint doch so zu sein, damit ist die Riester nutzlos, es sei denn man läßt sie sich mit ca. 20 Euro im Monat auszahlen - wenn das überaupt möglich ist.