Versicherungsbetrug: (K)ein Kavaliersdelikt

Wer hat nicht schon mal dran gedacht? Das neue Smartphone fällt auf den Boden und das Display ist kaputt. Kann man das nicht irgendwie "über die Versicherung" laufen lassen? 

 

Der Normalbürger ärgert sich über das eigene Ungeschick,

andere Zeitgenossen kommen auf die Idee, die Privathaftpflichtversicherung ihres besten Kumpels zu nutzen und einen Schaden zu melden, der so eigentlich gar nicht abgesichert ist. Und genau an dieser Stelle beginnt schon der Versicherungsbetrug: Man macht unrichtige und falsche Angaben und manipuliert gegebenenfalls sogar Rechnungsbelege und stiftet den Kumpel zur Falschaussage an. Gerade bei Smartphones sind die Schadensmeldungen in den letzten Jahren explodiert, insbesondere wenn ein neues Modell eines bekannten amerikanischen Herstellers mit Apfellogo sich ankündigt.

 

 

Totalschaden: Das neue Smartphone ist nur noch Schrott


Hierbei handelt es sich nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um eine Straftat die, wenn sie von den Versicherungsgesellschaften entdeckt wird, auch zur Anzeige gebracht wird. Jährlich entstehen der Deutschen Versicherungswirtschaft Schäden von ca. rund 4 Milliarden €; im Bereich der Sachversicherungen  sind nach Schätzungen sogar 10 % aller Schadensmeldungen als betrügerisch einzustufen.

 

Die Folgen für den Betrüger können immens sein: strafrechtliche Konsequenzen (Geld-oder sogar Freiheitsstrafe), Verlust des Versicherungsschutzes und möglicher Schadensersatz für die Versicherungsgesellschaft.

 

Zivilrechtliche Konsequenzen können dabei neben der Zahlungsverweigerung auch der Verlust des Versicherungsschutzes, also die Kündigung des Vertrages sein. Dazu kann der Versicherer auf die Rückforderung bereits geleisteter Zahlungen und entstandener Kosten entstehen. Neben zivilrechtlichen Folgen kann Versicherungsbetrug auch strafrechtliche  Konsequenzen nach sich ziehen: In der Regel wird vom Versicherer eine Strafanzeige erstattet, mittlerweile sogar bei kleineren Schäden. Bei einer Verurteilung drohen Geld- oder sogar Haftstrafen bis zu fünf bzw. zehn Jahren.

 

Dabei betrügt man nicht in erster Linie einen Versicherungskonzern, sondern die Versicherungsgemeinschaft; also die Gesamtheit aller in dieser Versicherungssparte versicherten Kunden.

 

 Eine Versicherung ist keine Einrichtung, um sich durch eigene Doofheit zerstörte Konsumgüter billig ersetzen zu lassen. Eine Versicherung ist im Prinzip eine Wette: der Kunde wettet mit der Versicherungsgesellschaft, dass der Schadensfall eintritt– Die Versicherung wettet dagegen; und gewinnt in der Regel.

 

Aus dem Grund ist es auch falsch, gegen den Abschluss eines Versicherungsvertrages zu argumentieren: „da bekomme ich ja im Jahr nicht genug raus – Das lohnt sich ja für mich nicht…“

Mit einer Versicherung erkaufe ich mir ein sichereres Gefühl  - nicht mehr und nicht weniger.

 

 

 

 

Fazit: Versicherungsbetrug ist nicht nur strafbar, sondern lohnt sich auch nicht - selbst bei kleineren Schäden forschen die Versicherungsgesellschaften mittlerweile genauer nach. Und vor allen Dingen: Man schadet nicht einem großen Konzern, sondern den dort versicherten Kunden, die dann höhere Beiträge zu bezahlen haben.

 

 

 

 


Dieser Beitrag wurde am 21. Juni 2017 aktualisiert.

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