Unfallversicherung

Kaum ein deutscher Versicherungsordner, in dem keine Unfallversicherung ist: Mehr als 26 Millionen Policen gibt es in deutschen Haushalten aktuell. Eine Unfallversicherung tritt ein, wenn nach einem Unfall bleibende Schäden zurück bleiben - und nur dann. bei vielen der Irrglaube: Ich bin ausgerutscht und habe mir weh getan; jetzt gibt es Geld von der Unfallversicherung - leider ein Irrtum.

 

https://youtu.be/dlmxvD3uqfo


Informationen gemäß § 60 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2 Versicherungsvertragsgesetz (VVG)
In den Vergleichen sind nicht alle im Markt aktiven Versicherer und Versicherungstarife abgebildet, weshalb es sich hierbei um eine entsprechend eingeschränkte Versicherer- und Tarifauswahl handelt. Grund für diese eingeschränkte Auswahl ist, dass manche Versicherer nicht oder nur eingeschränkt am Vergleich teilnehmen, weil sie entweder keine Tarifdaten oder Preise zur Verfügung stellen können, oder auf eigenen Wunsch nicht gelistet werden wollen oder nicht mit Versicherungsmaklern zusammenarbeiten.

Worauf muss man bei einer privaten Unfallversicherung achten?

 

 Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, wie eine private Unfallversicherung funktioniert. Denn im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung, zahlt die private Unfallversicherung eine Kapitalleistung, bzw. eine Unfallrente, deren Höhe bei Antragstellung vereinbart wird. Außerdem leistet die private Unfallversicherung rund um die Uhr und auch weltweit.

 

Auch soll die Unfallversicherung keine Einkommensabsicherung sein (dafür gibt es die BU), sondern die finanziellen Folgen eines Unfalls mildern; beispielsweise die nach einem Unfall nötigen Umbauten im Haus, eine Haushaltshilfe oder die Anschaffung von Geräten und Technik, die nach dem Unfall und einer möglichen Schwerstinvalidität benötigt werden.

 

Wahrscheinlichkeit für unfallbedingte Invalidität gering

 

Zwar ist die Wahrscheinlichkeit, durch einen Unfall Schwerstbehinderte zu werden relativ gering (1,8% aller Schwerbehinderungen resultieren aus einem Unfall), trotzdem kann es jeden jederzeit treffen.

 

Gezahlt wird allerdings nur, wenn nach dem Unfall ein bleibender Schaden zurückbleibt. Wie hoch die Versicherungsleistung ist, bemisst sich nach der Gliedertaxe, aus der sich ersehen lässt, welcher Invaliditätsgrad bleibend ist.

 

 Wie passt man eine Unfallversicherung individuell an?

 

Durch zahlreiche Optionen lässt sich die Unfallversicherung individuell an jeden Menschen anpassen. Beispielsweise ist es möglich, durch die Wahl eine höhere Progression eine größere Invaliditätsleistung zu erhalten.  Der Begriff "Progression" bzw. "Progressionsstufe" bei der privaten Unfallversicherung stellt jenen Prozentsatz dar, um den die Grundversicherungssumme bei einer Dauerinvalidität als Unfallfolge erhöht wird -  entsprechend dem festgestellten Invaliditätsgrad.

 

Darüber hinaus ist es möglich, zahlreiche andere Optionen wie ein Unfalltagegeld, die Übernahme von Kosten bei kosmetischen Operationen oder auch Bergungskosten zu vereinbaren. Vor allem Dingen dem Punkt Bergungskosten kommt meiner Meinung nach eine große Bedeutung zu: Insbesondere bei Skifahrern und Bergwanderern kann eine Bergung sehr kostspielig werden; vor allen Dingen wenn ein Hubschrauber eingesetzt werden muss.

 

 

 

Unfallversicherung? Brauche ich nicht. Gibt doch die Gesetzliche!

 

Solch eine Aussage hört man häufiger, wenn man sich mit Kunden unterhält. Was viele dabei nicht beachten, dass die gesetzliche Unfallversicherung nur bei Unfällen auf dem Weg zur Arbeit und zurück und bei Arbeitsunfällen einspringt. Private Unfälle in Haushalt und Freizeit sind hier außen vor. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Umfrage des Marktforschungsinstitutes YouGov im Auftrag der Helvetia Versicherung. Darüber hinaus ist eine Unfallversicherung die Möglichkeit, den Fall einer Bergungseinsatzes mit einem Hubschrauber abzusichern, beispielsweise, wenn man beim Skifahren oder Bergwanderin gestürzt ist und der Helikopter die einzige Möglichkeit ist, um ins Tal transportiert zu werden. Mehr dazu hier.

 

Ausreichend hohe Versicherungssumme wählen

 

Für mich persönlich ist eine Unfallversicherung eine "Worst-Case-Absicherung". Die bedarf eine ausreichend hohen Versicherungssumme und einer guten Gliedertaxe. Die Gliedertaxe regelt die Höhe der Entschädigungsleistung im Verhältnis zur Beeinträchtigung des durch den Unfall beeinträchtigten Körperteils.

 

Welche Bedeutung hat die Gliedertaxe bei eine Unfallversicherung ?

Der Begriff "Gliedertaxe" gehört untrennbar mit dem der Unfallversicherung zusammen. Was ist eigentlich eine Gliedertaxe und wie funktioniert das mit Gliedertaxe und Unfallversicherung und wie wirkt sich die Gliedertaxe auf Dich aus? Darum geht es in diesem Blogbeitrag.

 

Jede Unfallversicherung hat eine sogenannte Gliedertaxe. Die Gliedertaxe ist ausschlaggebend, wie hoch der Invaliditätsgrad des Verunfallten ist. 

 

Die Summe, die dem Unfallopfer zusteht, ergibt sich zum einen aus der vorab vereinbarten Invaliditätssumme; pauschal gesagt: Je höher die Invaliditätssumme, desto höher die Leistung, die am Ende gezahlt wird. Wieviel schließendlich fällig wird, ergibt sich durch die Gliedertaxe.

 

Die Gliedertaxe ist ein Bestandteil der Versicherungsbedingungen jeder Unfallversicherung. Sie bemisst den Grad der Invalidität nach einem Unfall - bezogen auf den Gesamtkörper. Auch hier gilt: Je höher der Invaliditätsgrad, desto mehr Geld bekommt Ihr von der Unfallversicherung. 

Die Gliedertaxe ordnet den einzelnen Körperteilen und Organen feste Prozentwerte zu, für den Fall das diese dauerhaft geschädigt werden oder gar nicht mehr zur Verfügung stehen.

 

Sind alle Gliedertaxen gleich?

 

Nein, jeder Versicherung hat eine eigene Gliedertaxe. Zwar hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft eine Mustergliedertaxe, aber die Versicherungsgesellschaften können davon abweichen. So wird beispielsweise der Verlust eines Daumens mit 20% taxiert, der eines anderen Fingers hingegen nur mit 5%. 

 

Wieviel Geld bekomme ich nach meinem Unfall?

 

Eine Invaliditätsleistung wird nur fällig, wenn eine dauerhafte Beeinträchtigung zurückbleibt. 

Wurde anfangs eine Invaliditätssumme von 100.000 € vereinbart und Du verlierst einen Daumen, beläuft sich die Entschädigung auf 20% von 100.000 € ; also bekommst Du 20.000 € ausgezahlt.

 

Wenn ich mehrere Verletzungen habe, addieren sich die Invaliditätsgrade?

 

Wenn diese an unterschiedlichen Gliedmaßen auftreten, dann ja. Allerdings kann der Invaliditätsgrad nicht mehr als 100% betragen.

 

Und was hat das ganze mit dieser "Progression" zu tun?

 

Vereinbarst Du in Deiner Unfallversicherung eine sogenannte Progression, erhält Du bei schwerwiegenden Beeinträchtigungen mehr Geld, als Dir eigentlich nach Deinem festgestellten Invaliditätsgrad zustehen würde. 

Hast Du beispielsweise einen Invaliditätsgrad von 80%, bekommst Du nicht nur diese 80% ausgezahlt, sondern je nach Vereinbarung 200 oder 300%. Welche Progessionsstaffeln Deine Versicherung anbietet, erfährst Du bei Deinem Versicherungsbetreuer.

 

Fazit: Die Gliedertaxe ist ausschlaggebend für den Invaliditätsgrad und die damit verbundene Invaliditätszahlung. Jede Versicherung hat eine eigene Gliedertaxe. Möchtest Du die Leistung Deiner Unfallversicherung erhöhten, solltest Du eine Progression miteinschliessen, um bei einem Unfall mit schweren Folgen eine höhere Summe ausgezahlt zu bekommen.

 

 

Die "richtige"  Versicherungssumme

 

Wie hoch soll denn die Versicherungssumme, bzw. die Invaliditätssumme sein?

Hierzu kursieren im Netz viele Meinungen und Angaben, die zum Teil sehr stark differieren. Wie will man den Kapitalbedarf für ein Kind bestimmen, dass zu 100% invalide ist und nie arbeiten kann? Schwierig...

 

Ich persönlich rate gewöhnlich zu einer Invaliditätssumme, die dem 5-6fachen des Jahreseinkommens entspricht. Damit sollte im Ernstfall die dringlichsten Ausgaben ( Umbau Wohnung/Haus etc.) abgedeckt sein.

 

 

Wann leistet eine Unfallversicherung ?

Eine große Sonntagszeitung gab vor einiger Zeit den pauschalen Rat: Unfallversicherungen sind überflüssig - brauchen man nicht. Ich weiß nicht, wieviele Leser dieses Blattes daraufhin ihre Unfallversicherungen gekündigt haben mit den Worten: "Ich hab es doch gewusst". Ich möchte Euch hier aber zeigen, warum eine GUTE Unfallversicherung doch Sinn macht...

 

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Bild: Adobe Stock/Pict Rider

Bergungskosten Skiunfall

Einmal nicht aufgepasst und schon ist es passiert: beim Ski fahren verkantet der Ski man stürzt und rutscht in Gelände  ab, wo die Retter mit dem Transportschlitten nicht hinkommen, weil es zu steil ist. Das bedeutet, das der Helikopter starten muss. Die Flugminute kostet zwischen 50 und 90 Euro - in Amerika auch deutlich teurer. Ein halbstündiger Bergungseinsatz kann somit zwischen 1500 und 2700 Euro kosten. Zwar deckt auch eine gute Auslandsreisekrankenversicherung diese Kosten ab, wer aber im Inland geborgen werden muss, schaut in die Röhre; hier zahlt nur die private Unfallversicherung.

 

Erweiterter Unfallbegriff

 

Du gehst im Wald mit Deinem Hund spazieren und trittst unglücklich auf und knickst dabei ohne Fremdeinwirkung um. Folge: Bänderriss am Sprunggelenk.

Da diese Verletzung ohne Fremdeinwirkung zustande kam, leistet eine Basis-Unfallversicherung wahrscheinlich nicht, da es sich hier definitionsgemäß nicht um einen Unfall handelt - Fremdeinwirkung, beispielsweise Glätte oder ähnliches, wäre hierfür notwendig. Gute Unfallversicherung verzichten auf diese Einschränkung und leisten auch in diesem Fall.

 

Infektionskrankheiten durch Zeckenbiss

 

Du wirst im Garten von einer Zecke gebissen. Auf einmal ist Dein Gesicht teilweise gelähmt. Im Krankenhaus wird tatsächlich Borreliose festgestellt.  Die zur Beginn der Erkrankung festgestellt Gesichtslähmung und die Kraftlosigkeit bessert sich, verschwindet aber nicht ganz.

Auch hier zeigt sich der Vorteil einer Unfallversicherung mit einem guten Bedingungswerk: In leistungsschwachen Tarifen sind Infektionskrankheiten, die durch Zecken übertragen werde ausgeschlossen. Tarife mit starkem Bedingungswerk leisten ohne Probleme.

 

Herzinfarkt am Steuer

 

Der Fahrer eines PKW erleidet am Steuer einen Herzinfarkt und verursacht dadurch einen Unfall, bei dem er schwer verletzt wird.

Auch dieser Fall (Bewusstseinsstörungen durch Herzinfarkt) ist in vielen günstigen Unfallversicherungen mit Standard-Tarifwerk ausgeschlossen. Leistungsstarke Tarife hingegen leisten auch in solch einem Fall.

 

Der Blick ins "Kleingedruckte"

 

Knickt ein Tennisspieler beim Sport um und verletzt sich an den Innen- und Außenbändern des Fußgelenks, würde wahrscheinlich die Mehrheit der Leser dieses Blogs sagen: Klarer Fall für die Unfallversicherung. Dem ist aber nicht so, denn ein Unfall liegt bedingungsgemäß nur vor, wenn "ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig zu einem Körperschaden führt". Knickt der Sportler - wie in diesem Beispiel - ohne Fremdeinwirkung um, ist dies also kein Unfall.

 

Es gibt aber Tarife, wo dieser Fall abgesichert ist, wenn Sportler ohne Fremdeinwirkung umknicken, bzw. zu Schaden kommen. Hier ist ein Blick in die Versicherungsbedingungen unter den Begriffen "Eigenbewegung" und "erhöhte Kraftanstrengung" hilfreich. Eine Verletzung durch Eigenbewegung erfolgt also durch eine reflexartige Bewegung des Körpers. Tarife, die auch in diesen Fällen Versicherungsschutz bieten, sind natürlich teuerer, als die Standardtarife, die sich im oberen Drittel der Vergleichsportale tummeln.

 

 Wovon abzuraten ist:

 

Gerne wird eine Unfallversicherung mit sogenannter Beitragsrückgewähr angeboten. Das bedeutet, dass man am Ende der Vertragslaufzeit eine Summe ausgezahlt bekommt. Im Grund handelt es sich hierbei um eine Unfallversicherung mit Sparvertrag. Hört sich zunächst gut an, allerdings sind in der Regel die Renditen dieser Verträge so schwach, dass sich diese selbst in Niedrigzinsphasen, wie wir sie aktuell haben, nicht lohnen.

 

Verzichten Sie auf Verträge, die eine Dynamik beinhalten und wählen lieber gleich einen Vertrag mit höherer Versicherungssumme. Sie sind besser abgesichert und sparen im Endeffekt Geld.

 

Meiden Sie Optionen wie den Todesfallschutz (wenn nicht abwählbar, so gering wie möglich wählen), Unfall- und Krankenhaustageld. Sie sind nicht zwingend notwendig und verteuern den Vertrag unnötig.

 

 

 

Was eine Unfallversicherung nicht ist

 

Eine Unfallversicherung ist kein Baustein der Altersvorsorge, wie es mancher Kunde stolz erzählt, sondern eine Risikoabsicherung. Auch ist eine Unfallversicherung kein Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung - auch das hört man immer wieder. Ein Unfall ist beispielsweise nur eine Möglichkeit, aus der man berufsunfähig werden kann. Weitaus häufiger tritt eine Berufsunfähigkeit aus psychischen Gründen oder schweren Erkrankungen ein. 

 

Unnötiges weglassen

 

Eine Unfallversicherung ist ein recht günstiges Produkt, kann aber natürlich durch den Einschluss diverser Bausteine wie Unfalltagegeld, Gipsgeld und speziell einer Unfallrente recht teuer werden. Deswegen meine ganz persönliche Devise: Back to Basic - sowenig wie möglich und soviel wie nötig.