Die Versicherung zahlt doch, oder?!

Das möchte niemand erleben: Man hat einen großen Schaden, nach der Erleichterung, da man ja eine Versicherung hat, die den Schaden übernimmt, kommt der Schock: Die Versicherung zahlt NICHT! Oft liegt das aber nicht allein an der "bösen" Versicherung, sondern daran, dass bei Antragstellung oder während der Laufzeit des Vertrages Fehler gemacht wurden oder Obliegenheiten verletzt wurden. Wie kann man so etwas umgehen?

 

Verständnisprobleme: Fragen VOR Vertragsabschluss klären

 

Zunächst einmal ist es wichtig, dass der Versicherungsantrag korrekt und präzise ausgefüllt ist. Kleinste Unwahrheiten (damit der Vertrag günstiger wird oder um überhaupt die Versicherung zu bekommen) können im Schadensfall den kompletten Versicherungsschutz gefährden. Lassen Sie sich auch nicht von Versicherungsvertreter und Makler zu Falschangaben hinreissen ( ..."das ist nicht schlimm..." oder "haben wir schon immer so gemacht". Ich Schadensfall wird nämlich alles nochmals genau geprüft. 

 

Lesen Sie die Vertragsbedingungen genau - auch wenn es viele eingedruckte Seiten sind. Hier steht nämlich genau drin, was versichert ist, und was nicht. Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf die mündlichen Aussagen des Vermittlers. Im Ernstfall zählt nämlich nur das, was Sie schwarz auf weiß haben.

 

Was tun im Schadensfall?

 

Was keiner wollte, ist nun passiert: Der Sturm hat das Dach abgedeckt, der Sprössling Nachbars Auto künstlerisch verziert oder Bello jemanden gebissen. Das Wichtigste, was Sie nun tun müssen: Unverzüglich die Versicherung informieren.

 

Beschreiben Sie detailliert, ohne den Vorgang zu bewerten, was passiert ist. Lassen Sie nichts weg, vor allen Dingen: Schwindeln Sie nicht, weil Sie glauben, die Versicherung würde nicht sonst nicht zahlen.

Tragen Sie außerdem dazu bei, dass der Schaden nicht größer wird: Im Falle eines Rohrbruchs drehen Sie den Haupthahn ab und räumen Gegenstände, die beschädigt werden könnten weg.

Unterstützen Sie den Versicherer bei der Schadensbearbeitung: Beantworten Sie eventuelle Rückfragen , bzw. reichen Sie die entsprechenden Belege ein - dadurch beschleunigen Sie die Bearbeitung des Schadens.

 

Die Versicherung will nicht zahlen?

 

Sie haben alles gemacht, was oben beschrieben ist und Ihre Versicherung will trotzdem nicht zahlen? Bevor Sie wutentbrannt zum Anwalt gehen, versuchen Sie zuerst folgendes: Schreiben Sie den Versicherer ein zweites mal an und bitten Sie freundlich um eine erneute Prüfung Ihres Falles. Oft sind Versicherungsunternehmen leistungsbereiter, wenn sie sehen, dass man als Kunde nicht klein bei gibt. 

 

Wenn die Versicherung auf Ihren Wunsch nicht reagiert, haben Sie noch die Möglichkeit, den Versicherungsombudsmann einzuschalten: Dieser vermittelt zwischen Versicherungen und deren Kunden in Streitfällen. Bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro ist die Entscheidung des Ombudsmannes für die Versicherungsgesellschaften bindend.

 

Sollte dies alles auch nichts bringen, suchen Sie sich Hilfe bei der Verbraucherzentrale oder einem Anwalt.

 

Fazit: Schludern Sie nicht bei der Antragstellung: Beantworten Sie alle Fragen korrekt. Wenn Sie etwas nicht verstehen, Fragen Sie nach. Im Schadensfall melden Sie dies sofort der Versicherungsgesellschaft - Beteiligen Sie sich aktiv und unterstützen Sie den Versicherer. Sollte die Schadensregulierung abgelehnt werden, haken Sie nach - ansonsten wenden Sie sich an den Versicherungsombudsmann oder einen Anwalt.

 


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