Wenn Facebook auch in Versicherungsfragen berät...

Die sozialen Medien halten immer mehr in unser Leben Einzug; Facebook ist für viele mittlerweile unverzichtbar geworden; Freunde hat man nicht nur im realen Leben, sondern auch im Internet. Und wie im echten Leben fragt man auch Freunde um Rat. Gefährlich wird es, wenn man dies (ausschließlich) bei Facebook oder ähnlichen Netzwerken macht...

Auch für mich als Versicherungsmakler hat insbesondere Facebook mittlerweile eine sehr wichtige Funktion: Man kann relativ einfach Inhalte veröffentlichen und erreicht eine vergleichsweise große Menge an potentiellen Interessenten. Aber auch privat nutze ich dieses Medium. 

 

Und so wie ich das mache, machen das auch noch Millionen anderer Nutzer. Das ist auch alles kein Problem - bis zu dem Zeitpunkt, wo angefangen wird, anderen Leuten Ratschläge zu geben. Insbesondere in Facebook-Gruppen - egal zu welchem Oberbegriff, diese eingerichtet wurden, hat man dieses Phänomen: Einer fragt, Hunderte "Experten" antworten. Das sich zahlreiche Aussagen widersprechen und zum Teil auch gefährlicher Unsinn sind, ist selbstredend. 

 

Geballtes Nichtwissen

Ein schönes Beispiel dazu findet sich hier: Im zugehörigen Artikel ging es um Risikolebensversicherungen (RLV). Hierbei schliesst man auf das Leben einer Person eine Versicherung ab, die im Fall des Todes der versicherten Person an die Hinterbliebenen die vorher vereinbarte Versicherungssumme auszahlt. Im Gegensatz dazu steht die Kapital-Lebensversicherung, mit der der erste Kommentator die RLV zu verwechseln scheint.

 

Es zeigt sich also offenkundig: Hier haben zwei Leute anscheinend keine Ahnung, möchten dies aber auch allen Leuten mitteilen.Gefährlich wird es, wenn man sich an den Vorschlag von Facebook-Nutzer 1 hält und monatlich was für den Todesfall des Haupternährers der Familie beiseite legt. Eigentlich gar keine so schlechte Idee - blöd nur, wenn der der Haupternährer einen Monat nach Beginn des Sparvorgangs stirbt; dann steht zur Hinterbliebenenabsicherung genau eine Sparrate zur Verfügung...


Ein anderes Beispiel kommt regelmässig in Facebook-Gruppen zu Kreuzfahrten vor: gefragt wird nach einer "guten Auslandsreisekrankenversicherung" oder eine Reiserücktritts-Versicherung, "die auch zahlt". Wenn man dann als mann vom Fach mitliest, wird man normalerweise fast wahnsinnig: Regelmässig dauert es nicht lange, bis irgendeine Visa- oder Mastercard "Gold" empfohlen wird, die "ALLES" zahlt. Das diese Karten von verschiedenen Banken ausgegeben werden und zum Teil unterschiedliche Bedingungen haben, weiss kaum einer. Das es dann auch noch drauf ankommt, wann man diese Karte abgeschlossen hat - egal. Pauschale Aussagen werden gerne genommen, auch wenn Begriffe wie Reiserücktritts-Versicherungen mit Reise-Abbruch-Versicherung durcheinander geworfen werden und dann geschimpft wird, weil die Auslandsreise-KV nicht die Kosten der abgebrochenen Kreuzfahrt übernommen hat.

 

Expertenmeinung nicht gewünscht

 

Nun stellt sich der geneigte Leser vielleicht die Frage, warum nicht der Verfasser dieses Textes eingreift und die Leute auf den richtigen Pfad zurückleitet. Ganz einfach: Es ist nicht gewünscht. Ich habe sowas in der Tat einmal probiert: Leider gab es fachfremde Leute, "überzeugender" argumentierten und einem unterstellten, man hätte keine Ahnung. Wenn dieser "Experte" dann auch noch eine entsprechende Zahl von "Followern" hat, die ihn unterstützen, kann man nur vernünftig sein, und zieht sich zurück.

 

Fazit: Hören Sie bitte nie auf Leute, deren Kompetenz Sie nicht beurteilen können. Ratschläge bei Facebook sind selten die besten, vor allen Dingen, wenn es um die finanzielle Absicherung von Leib, Leben und der eigenen Familie geht. Fragen Sie einen wirklichen Experten.

 

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