Über die Sinnhaftigkeit von Sterbegeldversicherungen

Zunächst einmal voraus: Ich bin absolut kein Freund von sogenannten Sterbegeldversicherungen.

Zur Erläuterung: Bei einer Sterbegeldversicherung spart man monatlich einen bestimmte Summe an, um im Todesfall von der Versicherung Geld zu bekommen, mit der die Angehörigen die Beerdigung bezahlen können. Im Grunde handelt es sich um eine "kleine" Lebensversicherung mit kürzerer Laufzeit und einer erheblich geringeren Versicherungssumme.


Kritikpunkt an solchen Verträgen sind die relativ hohen Kosten, die bei der kurzen Laufzeit doppelt schwer wiegen. Da stimme ich den Verbraucherschützern der Stiftung Warentest zu.


Wie so oft, gibt es aber auch für dieses Produkt eine eng definierte Zielgruppe: Menschen, die wenig Geld verdienen, nicht hohe Beträge zurücklegen können und die im Todesfall ihren Angehörigen nicht die Kosten für die Bestattung aufbürden wollen.


Denn eines ist sicher: Die Angehörigen sind per Gesetz dazu verpflichtet, die Bestattungskosten zu bezahlen. Selbst bei einer relativ schlichten Beerdigung kommen die leicht mehrere Tausend Euro zusammen. Bevor das Sozialamt zahlt, müssen die Angehörigen selber nicht in der Lage sein, die Kosten zu übernehmen . Dafür muss man seine Vermögenswerte komplett offen legen.


Die eben geschilderte Situation ist für mich eine der ganz wenigen Situationen, wo ein Abschluss eines solchen Vertrages Sinn macht. In meiner neunjährigen Tätigkeit in der Versicherungsbranche bin ich nur einmal in Verlegenheit gekommen, solch ein Produkt anbieten und vermitteln zu müssen.


In jedem Fall weiß man das erst, wenn man ausführlich mit dem Kunden gesprochen und seine persönliche Situation erfasst hat.






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