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Vorurteile gegenüber Versicherungsvermittlern - ich kenne sie alle

Das Image des Versicherungsvermittlers ist mies - da gebe ich mich keinen Illusionen hin. Proftgeile Abzocker, die nur auf die Provision aus sind und die Kundenbedürfnisse nicht beachten - das denken halt leider immer noch viel zu viele. Darüber hinaus hält sich auch der Glaube, dass jeder Mensch heute noch Kunden zu Versicherungen beraten kann - allerdings ist auch das ein Irrglaube...

 

In der Tat bin ich vor einigen Jahren während eines Kundengespräches als Versicherungsfuzzie bezeichnet worden. Das war eher unabsichtlich, allerdings ist dieses Wort tatsächlich gefallen. Damals bin ich einfach drüber weg gegangen. Heute wäre es für mich ein Grund, dass Gespräch zu beenden und erst fort zu setzen, wenn sich mein Gesprächspartner dafür entschuldigt hat.

 

Woher kommt es, dass der Beruf des Versicherungsvermittlers so ein geringes Ansehen genießt ?

Die Medien haben daran natürlich ihren Anteil daran: Gerne berichtet man über Vertriebe, die Provisionsexzesse und Partys feiern - natürlich mit dem Geld Ihrer Kunden. Der Vermittler ist selbstverständlich profitgeil und berät zu seinen eigenen Gunsten. Und darüber hinaus: Versicherungen kann ja jeder beraten - das ist nichts Besonderes und dafür braucht man auch keine besondere Qualifikation. Auch die Versicherungswirtschaft selber trägt mit zum schlechten Image bei, wie man gerade bei ihrem sehr zweifelhaften Verhalten in der Corona-Krise und der Betriebsschliessungsversicherung sieht. Da werden Vorurteile der Allgemeinheit bestätigt.

Das Image ist also schlecht und Besserung ist da auch nicht in Aussicht. Was viele nicht wissen: Ihr Bild vom Versicherungsvermittler ist veraltet. Die wenigsten Vertreter kommen noch zu einem nach Hause, sitzen das Sofa platt, trinken den Kaffee weg und gehen erst wieder, wenn unter irgendeinem Versicherungsantrag eine Kundenunterschrift ist. Ein Versicherungsvermittler ist heute ein moderner Dienstleister, der Onlineberatung anbietet und über Versicherungen und seine Dienstleistung bei die heute modernen Medien (Social Media, Webseite, Messengerdienste ) informiert.  Natürlich gibt es auch noch den Vertreter mit Anzug und Krawatte, der einen mit Aktenkoffer und Hochglanzprospekten zu Hause besucht. Diese Spezies wird aber aussterben - da bin ich sicher.

Thomas Renker - Versicherungsmakler Rüsselsheim - Versicherungen Rüsselsheim - Versicherungsmakler Groß-Gerau.

Ist man Autoverkäufer, redet man im Bekanntenkreis gerne über den Job. Wenn man dann sagt, dass man 20% Rabatt auf Neuwagen geben kann, flippen die Leute aus. Wenn ich als Versicherungsmakler sage, dass ich bei KFZ-Versicherungen eine Rabattvollmacht habe, herrscht betretendes Schweigen.

 

Dabei ist der Job des Versicherungsvermittlers wichtig - wenn man ihn richtig macht: Die Leute kennen sich in der Materie nicht aus. Lässt man sie Verträge online abschliessen, kann man sicher sein, dass mindestens zwei Vertragsbausteine falsch sind oder fehlen; Beispielsweise vergisst man bei der Privathaftpflicht die Forderungsausfalldeckung oder den beruflichen Schlüsselverlust. Beim KFZ bucht man den Schutzbrief hinzu, obwohl man im Automobilclub ist. Und kommt man in den Bereich der Riester-Beratung ist es dann endgültig aus.

 

Darüber hinaus kann und darf heute nicht mehr jeder Versicherungen vermitteln. Man benötigt dazu eine Erlaubnis von der IHK. Um diese zu bekommen, muss man neben einem Führungszeugnis und einem Auszug aus dem Gewerbezentralregister auch einen Nachweis erbringen, dass man keine Steuerschulden hat und die notwendige Qualifikation - als mindestens Versicherungsfachmann (IHK) ist. 

 

Verbraucherschutz - wichtig, aber bitte ohne Vorurteile

 

Vorurteile über Versicherungsvermittler schüren übrigens auch Verbraucherschützer und Journalisten.

Vermittlern wird regelmässig unterstellt, dass oft zum eigenen Vorteil beraten mit, um Provisionen zu kassieren.

Gerne werden pauschal Urteile über Produkte gefällt, wobei es bei einer Beratung immer auf die spezielle Situation und den Zielen und Wünschen des Kunden ankommt. Eine Sterbegeldversicheurng ist beispielsweise für einen Großteil der Kunden nicht das richtige Produkt - trotzdem gibt es eine Zielgruppe, für die genau dass das richtige Produkt ist. Verbraucherschützer sollten doch einfach den Kunden die Entscheidung überlassen und diese nicht bevormunden. Im übrigen: Liegt der Verbraucherschutz mal daneben (siehe Empfehlung für Riester-Banksparpläne), wird das gerne schamhaft verschwiegen. Im übrigen muss der Verbraucherschutz nicht für seine Empfehlungen und Ratschläge haften - ich als Versicherungsmakler muss es aber.

 

 

Informiert Euch

 

Man kann natürlich nur jemanden über den Tisch ziehen, der keinerlei Ahnung hat. Deswegen bereitet Euch auf Euer Beratungsgespräch vor - nutzt sogar meinetwegen die bekannten Vergleichsportale im Netz, um ein Gefühl zu bekommen, was so ein Privathaftpflichtvertrag kostet - schließt ihn dann aber bei Eurem Berater ab. Denn der kann Euch meistens den gleichen Preis heben und Ihr habt einen Ansprechpartner vor Ort - jemand den Ihr Fragen könnt.