Was Sie beim Abschluss einer KFZ-Versicherung beachten sollten...

Die Wechselzeit hat begonnen. Allerdings nicht der Wildwechsel, sondern der Wechsel der KFZ-Policen. Jedes Jahr das gleiche Spiel: Wir werden mit Werbung zu diesem Thema überschüttet. Aber vielleicht schauen wir einfach mal, auf was es beim Wechsel und beim Abschluss der KFZ-Versicherung überhaupt ankommt.

 

Höhere Deckungssummen

 

Es fängt schon bei der Deckungssumme an: Die gesetzliche Mindestanforderungen in der KFZ-Haftpflicht betragen 7,5 Millionen Euro bei Personenschäden, 1 Millionen bei Sachschäden und bei Vermögensschäden 50.000 Euro. Viele Versicherungen bieten hier bessere Leistungen, oft schon in den Basistarifen an. Achten Sie beim Abschluss darauf - unserer Empfehlung geht dahin, höhere Deckungssummen zu wählen, da dies nur unwesentlich teurer ist.

 

Verzicht auf "grobe Fahrlässigkeit"

 

Das Versicherungsunternehmen kann die Leistung bei "grober Fahrlässigkeit" kürzen oder ganz verweigern. Unter "grober Fahrlässigkeit" versteht man beispielsweise das Überfahren einer roten Ampel. Viele Versicherer verzichten auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit. Unserer Meinung nach sparen Sie nicht an der falschen Stelle und wählen einen Versicherer, der auf diesen Einwand verzichtet, denn eine kleine Unachtsamkeit kostet Sie so nicht den Versicherungsschutz.

 

Tierschäden

 

Wildwechsel ist vor allen Dingen in den Herbstmonaten ein zahlreicher Grund für Unfälle. Bedingungsgemäss ist die Beschädigung und Zerstörung durch den Zusammenstoss mit Tieren Teil der Teilkasko-Versicherung. Allerdings gilt dieser Mindestschutz nur bei Kollision mit Haarwild . Bei Unfällen mit Pferden, Rindern oder anderen Tieren greift die Versicherung nicht. Unser Tipp: Wählen Sie einen Anbieter, der Tierunfälle aller Art einschliesst.

 

Marderbiss

(c) Adobe Stock
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Jedes Jahr entstehen in Deutschland Schäden in Höhe von knapp 40 Millionen Euro durch Marderbisse. Am häufigsten betroffen sind Brems- und Stromleitungen, Schläuche und Zündkabel. Abgedeckt sind in der Regel durch die Kaskoversicherung unmittelbare Tier- oder Marderbissschäden. Teurer sind die der Regel die Folgeschäden, beispielsweise eine Überhitzung des Motors bedingt durch einen beschädigten Kühlmittelschlauch. Achten Sie beim Abschluss Ihres Vertrages, dass "Marderbiss und Folgeschäden" versichert sind.

 

Vorsicht bei der Werkstattbindung

 

Erheblich günstiger als Normaltarife sind Verträge, bei denen Sie im Schadensfall eine Partnerwerkstatt des Versicherers aufsuchen müssen, die sogenannte Werkstattbindung.

Bei Nichteinhaltung dieser Vorgabe drohen Sanktionen wie Verweigerung der Leistung oder ein Abzug vom Erstattungsbetrag. Problem bei der Werkstattbindung ist, dass oft keine Partnerwerkstatt in der Umgebung ist, es sich nicht unbedingt um eine Werkstatt der eigenen Fahrzeugmarke handelt. Vorteil der Werkstattbindung ist ein Rabatt von ca. 20% auf den Normaltarif. Für Pfennigfuchser ist das sicher interessant, komfortabel ist es nicht. Unser Tipp: Wem es auf die günstigste Versicherung ankommt, kann diese Option wählen und Geld sparen. Alle anderen sollten drauf verzichten.

 

Rabattretter

 

Nach einer Schadensregulierung wird der Unfallverursacher durch den Versicherer im Schadensfreiheitsrabatt zurückgestuft - dadurch wird der Vertrag im nächsten Jahr teurer. Achten Sie beim Abschluss darauf, in welche SF-Klasse sie im Falle eines Unfalls zurückgestuft werden. Verlieren Sie im Schadensfall 10 SF-Klassen, war die günstige Autoversicherung sehr teuer eingekauft. Alternativ haben Sie noch die Möglichkeit prüfen zu lassen, ob es sich lohnt, den Schaden selber zu zahlen und so den Schaden "zurückzukaufen". Dies erledigt der Sachbearbeiter Ihrer Versicherungsgesellschaft gerne für Sie.

 

Auslandsschadenschutz/Mallorca-Police

 

Sie sind mit Ihrem Auto im Ausland unterwegs und es kracht. Schuld ist der Unfallgegner. Allerdings sind Sie in einem Land unterwegs, wo die Deckungssummen deutlich unter den deutschen Standards liegt und sie bleiben somit auf einem Teil Ihres Schadens sitzen.

 

Innerhalb der EU sollte dies eigentlich nicht mehr vorkommen - hier werden die Entschädigungsgrenzen angeglichen. Außerhalb der EU kann dies aber noch vorkommen.  Abgesichert ist dieser Fall durch den sogenannten Auslandsschadenschutz. Eine "Mallorca-Police" bietet denselben Schutz für Miet- und Leihwagen an.

Unser Tipp: Informieren Sie sich vor Reiseantritt, wie hoch die Mindestdeckungssummen in Ihrem Reiseland sind und ob die "grüne Versicherungskarte" im Fahrzeug mitgeführt werden muss. Die grüne Versicherungskarte erhalten Sie bei Ihrem Versicherungsunternehmen.

 

Fazit: Nicht immer ist der Anbieter, der im Versicherungsvergleich bei den KFZ-Versicherung oben steht, der Anbieter mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis.  Schauen Sie genau hin, den billig kann ganz schnell  auch sehr teuer werden.

 

 

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