Wenn selbst prominente Persönlichkeiten wie Verona Pooth wegen einer angeblichen Unterversicherung vor Gericht ziehen, zeigt das vor allem eines: Der richtige Versicherungsschutz ist kein Selbstläufer.
Der aktuelle Rechtsstreit zwischen Verona und Franjo Pooth und ihrem Versicherungsmakler sorgt derzeit bundesweit für Aufmerksamkeit. Hintergrund ist ein spektakulärer Einbruch in die Villa der Familie an Heiligabend 2021. Dabei wurden Schmuck und Wertsachen im mutmaßlichen Millionenwert entwendet. Die Familie warf ihrem Versicherungsmakler später vor, die Werte der versicherten Gegenstände nicht korrekt dokumentiert beziehungsweise den Versicherungsschutz nicht ausreichend angepasst zu haben.
Worum ging es konkret?
Laut Medienberichten belief sich der tatsächliche Wert des gestohlenen Schmucks auf über 1,3 Millionen Euro. Die Versicherung zahlte zwar rund 975.000 Euro, dennoch sahen sich die Pooths unterversichert und forderten zusätzlich rund 675.000 Euro Schadenersatz vom Makler.
Der Vorwurf:
Der Makler habe seine Beratungs- und Betreuungspflichten verletzt.
Das Landgericht Düsseldorf wies die Klage jedoch ab. Nach Auffassung des Gerichts habe der Versicherungsmakler die ihm gemeldeten Werte ordnungsgemäß dokumentiert. Außerdem hätten die Kläger offenbar nicht ausreichend nachweisen können, dass weitere Wertgegenstände später korrekt gemeldet wurden.
Warum der Fall für Privatkunden und Unternehmer wichtig ist
Der Fall zeigt ein Problem, das in der Praxis häufiger vorkommt, als viele denken:
Versicherungen können immer nur das absichern, was auch tatsächlich bekannt, dokumentiert und korrekt bewertet wurde.
Besonders bei:
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Schmuck
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Uhren
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Kunst
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Sammlungen
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hochwertigen Einrichtunggegenständen
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oder steigenden Vermögenswerten
entsteht schnell eine gefährliche Unterversicherung.
Viele Menschen schließen ihre Hausratversicherung einmal ab — und passen sie danach jahrelang nicht mehr an. Genau hier entstehen später oft Diskussionen im Schadenfall.
Die Verantwortung liegt nicht nur beim Makler
Ein Versicherungsmakler hat zwar Beratungs- und Dokumentationspflichten. Trotzdem müssen Versicherungsnehmer Veränderungen aktiv mitteilen.
Dazu gehören beispielsweise:
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Neuanschaffungen hochwertiger Gegenstände
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Wertsteigerungen
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geerbter Schmuck
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zusätzliche Luxusuhren
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neue Tresore oder Sicherheitsmaßnahmen
Fehlt diese Aktualisierung, kann es im Ernstfall teuer werden.
Was Versicherte jetzt prüfen sollten
Der Fall Pooth ist ein guter Anlass für einen Versicherungs-Check.
Wichtige Fragen:
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Sind alle Wertsachen korrekt erfasst?
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Gibt es aktuelle Kaufbelege oder Wertgutachten?
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Reicht die Versicherungssumme noch aus?
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Sind besondere Wertgegenstände separat abgesichert?
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Gibt es Einschränkungen bei Schmuck oder Bargeld?
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Wurde der Vertrag in den letzten Jahren überprüft?
Gerade bei hochwertigen Gegenständen empfiehlt sich eine regelmäßige Aktualisierung der Dokumentation — idealerweise gemeinsam mit einem spezialisierten Versicherungsmakler.
Fazit
Der Fall Verona Pooth zeigt eindrucksvoll:
Im Schadenfall entscheidet nicht das Bauchgefühl, sondern die Dokumentation.
Ein guter Versicherungsschutz bedeutet deshalb nicht nur „einen Vertrag zu haben“, sondern ihn regelmäßig an die tatsächliche Lebenssituation anzupassen.
Denn Unterversicherung merkt man meistens erst dann, wenn es bereits zu spät ist.
Quellen & weiterführende Links
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Versicherungswirtschaft-heute: Verona Pooth verliert Streit gegen Versicherungsmakler
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beck-aktuell: Gestohlener Hochzeitsschmuck – Verona Pooth verliert Streit um ihr „Lebenswerk“