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Wie ist man im Homeoffice eigentlich versichert ?

Deutschland im Frühjahr 2020: Viele Angestellten arbeiten aufgrund des Corona-Virus im Homeoffice. Allerdings ergeben sich Änderungen hinsichtlich des Versicherungsschutzes. Was man jetzt genau beachten muss, erfahrt Ihr in diesem Beitrag.

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Während der Arbeit: Gesetzlich unfallversichert

 

Üblicherweise gilt: Während der Arbeit und auf dem (direkten) Hin- und Rückweg ist man über die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Für Unfälle, die im privaten Bereich geschehen, zahlt die Gesetzliche Unfallversicherung hingegen nicht.

Die Unterscheidung, was nun privat und was beruflich ist, wird hierbei nun problematisch - auch aufgrund der räumlichen Situation, weswegen Unfälle, die im Homeoffice passieren, häufig vor Gericht landen. 

Anbei ein paar Beispiele, die die Problematik verdeutlichen:

 

Sturz beim Wasserholen

 

Wer im Homeoffice stürzt, während er sich etwas zu Essen oder zu Trinken holt, ist nicht unfallversichert.

Ein Arbeitnehmer war, um sich ein Glas Wasser zu holen, schwer eine Treppe hinuntergestürzt. Das Bundessozialgericht entschied 2016, dass dieser Sturz nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt sei. "Wenn bei einer häuslichen Arbeitsstätte ein Weg innerhalb des Wohngebäudes zurückgelegt wird, um einer eigenwirtschaftlichen Tätigkeit (Trinken) nachzugehen", besteht laut Bundessozialgericht kein Versicherungsschutz.

(Bundessozialgericht, AZ B 2 U5/15 R)

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Sturz beim Toilettengang

 

Wer auf seiner Arbeitsstelle während der Arbeitszeit zur Toilette geht, ist gesetzlich unfallversichert. Für das Homeoffice gilt das leider nicht. Dies wurde so vom Sozialgericht München entschieden; eine Arbeitnehmerin war auch auf dem Rückweg vom heimischen WC gestürzt und wollte dies als Arbeitsunfall geltend machen.

(AZ S 40 U 227/18)

 


Unfall auf dem Weg zur Kita

 

Wer auf dem Weg zur Arbeit ist und dabei sein Kind in der Kita abgibt, ist gesetzlich unfallversichert. Wer allerdings auf dem Weg von der Kita zum Homeoffice stürzt, ist hingegen nicht versichert.

 

Eine Mutter stürzte bei Glatteis mit ihrem Fahrrad und brach sich den Ellenbogen - sie war auf dem Rückweg von der Kita zu ihrem Heimarbeitspaltz. Die Krankenkasse der Mutter wollte die Behandlungskosten von rund 20.000 € von dem Träger der gesetzlichen Unfallversicherung zurückholen. Sowohl das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen als auch das Bundessozialgericht wollten hierin keinen Arbeitsunfall erkennen.

(AZ B 2 U 19/18)

 


Fazit: Wer im Homeoffice arbeitet ist nicht gesetzlich unfallversichert. Versicherungsschutz besteht hier nur über eine private Unfallversicherung - und das auch rund um die Uhr.

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